Sankt Petersburg
Stadt
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Liste der Städte in Russland | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Sankt Petersburg (russisch Sankt-Peterburg; kurz auch St. Petersburg) ist mit 5,65 Millionen Einwohnern (Stand 2025) nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands, die viertgrößte Europas und die nördlichste Millionenstadt der Erde. Sie war von 1712 bis 1918 Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches und bis 2021 Verwaltungszentrum der sie umgebenden Oblast Leningrad. Als Stadt mit Subjektstatus ist Sankt Petersburg ein eigenständiges Föderationssubjekt der Russischen Föderation, ein Status, den sonst nur Moskau innehat. Des Weiteren ist sie das Verwaltungszentrum des Föderationskreises Nordwestrussland.
Sankt Petersburg liegt im Nordwesten des Landes an der Mündung der Newa in die Newabucht am Ostende des Finnischen Meerbusens der Ostsee und nur wenige Kilometer westlich des Ladogasees, dem größten See Europas. Die Stadt wurde 1703 während des Großen Nordischen Krieges von Zar Peter dem Großen auf Sumpfgelände nahe dem Meer gegründet, um den Anspruch Russlands auf Zugang zur Ostsee durchzusetzen, was lange Zeit durch Schweden verhindert wurde. 1712 wurde sie die neue Hauptstadt des Kaiserreiches und blieb dies bis zu dessen Ende. 1917 war St. Petersburg das Zentrum der Februarrevolution, die die Monarchie in Russland beendete, und der Oktoberrevolution, in der die Bolschewiki unter Lenin gewaltsam die Macht an sich rissen. Während des darauffolgenden Bürgerkrieges verlegten die Bolschewiki 1918 ihre Regierung zurück in die alte Hauptstadt Moskau. Während des Deutsch-Sowjetischen Krieges 1941–1945 wurde Leningrad 872 Tage lang belagert, wobei etwa eine Million Menschen starben, was eines der größten deutschen Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkrieges darstellte. Am 1. Mai 1945 wurde Leningrad hierfür zur Heldenstadt erklärt.
Die Stadt trug zunächst über 200 Jahre lang den heutigen Namen, von 1914 bis 1924 hieß sie Petrograd (Петроград) sowie von 1924 bis 1991 Leningrad (Ленинград), womit Lenin, der Gründer der Sowjetunion, geehrt wurde. Der örtliche Spitzname ist Piter nach der ursprünglich dem Niederländischen nachempfundenen Namensform Санкт-Питербурх Sankt-Piterburch (die vier Namen ).
Die Stadt ist ein europaweit wichtiges Kulturzentrum und beherbergt den wichtigsten russischen Ostseehafen. Die historische Innenstadt mit 2300 Palästen, Prunkbauten und Schlössern ist seit 1991 als Weltkulturerbe der UNESCO unter dem Sammelbegriff Historic Centre of Saint Petersburg and Related Groups of Monuments eingetragen. Zu den bedeutendsten kulturellen und touristischen Stätten zählen die Eremitage, die Kunstkammer, das Mariinski-Theater, die Russische Nationalbibliothek, das Russische Museum, die Peter-und-Paul-Festung, die Isaakskathedrale und der Newski-Prospekt. Im Jahr 2019 wurde Sankt Petersburg von etwa 10,4 Millionen Touristen besucht.
Mit dem 462 Meter hohen Lachta-Zentrum befindet sich das höchste Gebäude Europas in der Stadt.
Seit dem 13. Mai 2003 ist die Hymne an die Große Stadt aus dem Ballett Der Eherne Reiter von Reinhold Glière mit dem Text von Oleg Tschuprow offizielle Hymne der Stadt.
- ↑ Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
- ↑ Russland – Größte Städte 2018. Abgerufen am 1. Dezember 2019.
- ↑ https://ostexperte.de/gattschina-wird-regionalhauptstadt/
- ↑ Liste der einzelnen Objekte in und um St. P.
- ↑ Historic Centre of Saint Petersburg and Related Groups of Monuments, Bewertung
- ↑ Гимн должен звучать так! So sllte die Hymne klingen. In: fontonka.ru. 19. November 2007 (russisch).