Großer Nordischer Krieg

Großer Nordischer Krieg

Datum 12. Februar 1700 bis 10. September 1721
Ort Mittel-, Nord- und Osteuropa
Ausgang alliierter/russischer Sieg
Friedensschluss Präliminarfrieden zu Stockholm, Frieden von Stockholm (1719), Frieden von Stockholm (1720), Frieden von Frederiksborg, Frieden von Nystad
Konfliktparteien

Schweden 1650 Schwedisches Reich (1700–1721)
Schleswig-Holstein-Gottorf (1700–1720)
Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg Kurhannover (1700)
England Konigreich England (1700)
Republik der Vereinigten Niederlande Vereinigte Niederlande (1700)
Polen-Litauen Polen-Litauen (1704–1709)
Hetmanat (1708–1709)
Osmanisches Reich 1453 Osmanisches Reich (1710–1711)
Großbritannien Konigreich Großbritannien (1719–1721)

Russland Zarentum 1699 Russland (1700–1721)
Danemark Dänemark-Norwegen (1700, 1709–1720)
Kurfürstentum Sachsen Sachsen (1700–1706, 1709–1719)
Polen-Litauen Polen-Litauen (1701–1704, 1709–1719)
Preussen Konigreich Preußen (1715–1720)
Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg Kurhannover (1715–1719)
Großbritannien Konigreich Großbritannien (1717–1719)

Befehlshaber

Karl XII.
Ulrike Eleonore
Friedrich I.
Carl Gustaf Rehnskiöld
Adam Ludwig Lewenhaupt
Magnus Stenbock
Friedrich IV. (Holstein-Gottorp) †
Stanislaus I. Leszczyński
Iwan Masepa
Ahmed III.
Georg I. (Großbritannien)

Peter der Große
Boris Scheremetew
Alexander Menschikow
Iwan Masepa
August der Starke
Jacob Heinrich von Flemming
Johann Matthias von der Schulenburg
Friedrich IV. (Dänemark-Norwegen)
Peter Wessel Tordenskjold
Friedrich Wilhelm I. von Preußen
Georg I. (Großbritannien)

Truppenstärke

Anfängliche Stärke:
76 000 Schweden
(1707: 120 000)
5 000 Holsteiner
Unterstützung 1700:
10 000 Lüneburger
13 holländische Schiffe
12 englische Schiffe
Spätere Verbündete:
24 000 Polen & Litauer
4 000–9 000 Kosaken
130 000 Osmanen

Anfängliche Stärke:
110 000 Russen
40 000 Dänen & Norweger
30 000 Sachsen
50 000 Polen & Litauer
30 000 Soldaten des Kosakenheers
Spätere Verbündete:
50 000 Preußen
20 000 Hannoveraner

Der Große Nordische Krieg war ein in Nord-, Mittel- und Osteuropa in den Jahren 1700 bis 1721 geführter Krieg um die Vorherrschaft im Ostseeraum.

Eine Dreierallianz, bestehend aus dem Russischen Zarenreich und den beiden Personalunionen Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen, griff im März 1700 das Schwedische Reich an, das von dem achtzehnjährigen König Karl XII. regiert wurde. Trotz der ungünstigen Ausgangslage blieb der schwedische König zunächst siegreich und erreichte, dass Dänemark-Norwegen (1700) und Sachsen-Polen (1706) aus dem Krieg ausschieden. Als er sich ab 1708 anschickte, Russland in einem letzten Feldzug zu besiegen, erlitten die Schweden in der Schlacht bei Poltawa im Juli 1709 eine verheerende Niederlage, welche die Kriegswende bedeutete.

Durch diese Niederlage ihres ehemaligen Gegners ermutigt, traten Dänemark und Sachsen wieder in den Krieg gegen Schweden ein. Von da an bis zum Kriegsende behielten die Alliierten die Initiative und drängten die Schweden in die Defensive. Erst nachdem der als uneinsichtig und kriegsbesessen geltende Schwedenkönig im Herbst 1718 während einer Belagerung vor Frederikshald in Norwegen gefallen war, konnte der für sein Land aussichtslos gewordene Krieg beendet werden. Die Bedingungen der Friedensverträge von Stockholm, Frederiksborg und Nystad bedeuteten das Ende Schwedens als europäische Großmacht und den gleichzeitigen Aufstieg des 1721 von Peter I. gegründeten Russischen Kaiserreiches.

  1. Auch als Dritter Nordischer Krieg bekannt.