Syrischer Bürgerkrieg
Der Syrische Bürgerkrieg ist eine seit März 2011 andauernde bewaffnete Auseinandersetzung in Syrien, der mit dem Fall des Assad-Regimes im Dezember 2024 und der Einsetzung einer neuen Regierung unter Ahmed al-Scharaa vorläufig endete, wenngleich auch in den der Folgezeit noch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam. Von 2011 bis 2024 standen den Streitkräften Syriens unter dem Kommando des diktatorisch regierenden Staatspräsidenten Baschar al-Assad bewaffnete Gruppierungen der Opposition gegenüber, die teilweise auch gegeneinander Krieg führten.
Auslöser des Bürgerkriegs war die gewaltsame Niederschlagung anfangs friedlicher Proteste gegen das autoritäre Regime Assads im Zuge des Arabischen Frühlings Anfang 2011. Allerdings kam es bald zu einer wachsenden Einflussnahme der Muslimbrüder, anderer radikalsunnitischer Gruppierungen und ausländischer Interessenvertreter. Mit fortschreitender Dauer findet dieser zunehmend unter Beteiligung von Drittstaaten statt. Die direkte Beteiligung der Bündnispartner Assads (Islamische Republik Iran mit Revolutionsgarde, libanesische Hisbollah-Miliz und Russland mit seinem Militäreinsatz) sowie die Bildung eines internationalen Bündnisses unter Führung der Vereinigten Staaten gegen die sunnitische Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) machten aus dem Kampf innerhalb Syriens einen regionalen Stellvertreterkrieg: Hierbei kämpfen unter anderem die schiitische Islamische Republik Iran gegen das sunnitische Saudi-Arabien und Katar, sowie Russland und die USA um die Vormacht in der Region. Als sich im Zuge des syrischen Bürgerkriegs das kurdische Einflussgebiet vergrößerte bzw. im Nord- und Ostsyrien mit der Rojava (auch Westkurdistan genannt) ein Autonomiegebiet der Kurden in Syrien bildete, griff vor dem Hintergrund des Jahrzehnte andauernden türkisch-kurdischen Konflikts auch die Türkei mit ihren Militäroffensiven in Nordsyrien ab 2016 in den Krieg ein. Der Wunsch der Opposition, die Demokratisierung Syriens zu erreichen, rückte in diesem Konflikt nach und nach in den Hintergrund, stattdessen trat der Kampf verschiedener Organisationen aus religiösen und ethnischen Gründen in den Vordergrund. Das Land zerfiel in Gebiete, die entweder von der Regierung Assads, Oppositionsgruppen, den Volksverteidigungseinheiten der Kurden oder von Islamisten beherrscht wurden.
Die Zahl der Todesopfer des Konflikts wurde auf bis zu eine halbe Million eingeschätzt. Die UNO bezeichnete die durch den Krieg ausgelöste Flüchtlingskrise als die schlimmste seit dem Völkermord in Ruanda 1994.
- ↑ Interactive Map: Assessed Control of Terrain in Syria. 13. Dezember 2024, abgerufen am 14. Dezember 2024 (amerikanisches Englisch).