Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien

Demokratische Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien – Rojava

Rêveberiya Xweseriya Demokratîk a Herêma Bakur û Rojhilatê Sûriyê (kurd.)
الإدارة الذاتية الديمقراطية لإقليم شمال وشرق سوريا (arab.)
ܡܕܒܪܢܘܬ݂ܳܐ ܝܬ݂ܝܬܳܐ ܕܝܡܩܪܐܛܝܬܳܐ ܠܩܠܝܡܳܐ ܕܓܪܒܝܳܐ ܘ ܡܕܢܚܳܐ ܕܣܘܪܝܰܐ (aram.)

DefactoRegime, Gebiet
ist völkerrechtlich Teil von
Syrien 2024 Syrien
Amtssprache Nordkurdisch, Arabisch und Syrisch-Aramäisch
Regierungssitz ar-Raqqa
Regierungsform Demokratischer Konföderalismus
Oberhaupt Hediya Yûsif
Regierungschef de facto: Bundesrat
(Co-Vorsitzende: Îlham Ehmed und Mansur Selum)
Einwohnerzahl 4,6 Millionen (Schätzung 2014)
Währung Syrisches Pfund
Gründung 17. März 2016 als Föderation Nordsyrien – Rojava
Nationalhymne Marşa Rojava
Zeitzone OEZ
Kfz-Kennzeichen SYR
Telefonvorwahl +963
Lage der Autonomen Administration von Nord- und Ostsyrien

Die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien, bekannter unter dem kurdischen Namen Rojava (Aussprache [roʒɑːˈvɑ]), ist ein de facto autonomes Gebiet in der Region Rojava im Nordosten von Syrien. Sie entstand ab 2012 infolge der Geschehnisse des Syrischen Bürgerkriegs. Die Region ist ethnisch vielfältig, bewohnt vor allem von Kurden, Assyrern und Arabern. 2016 rief eine gemeinsame Versammlung kurdischer, assyrischer, arabischer und turkmenischer Delegierter die Demokratische Föderation Nordsyrien aus, damals bestehend aus den Kantonen Efrîn, Kobanê und Cizîrê.

Die Demokratische Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien genießt Zuspruch aufgrund der funktionierenden direkten Demokratie, der Gleichberechtigung der Menschen unabhängig von Religion oder Geschlecht, Rechtsstaatlichkeit und ökologischer Nachhaltigkeit. Immer wieder wurden der Regierung aber Verbrechen gegen ethnische Minderheiten vorgeworfen. Im Allgemeinen hat sich die Situation um Demokratie und Menschenrechte in diesem Teil Syriens deutlich verbessert, vor allem im Vergleich zum 2024 gestürzten Assad-Regime.

Die Verteidigung der Demokratischen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien erfolgt durch die sogenannten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF). Seit 2016 wird die Demokratische Selbstverwaltung Nord- und Ostsyrien von der Türkei angegriffen und teilweise besetzt. Die türkische Besetzung wendet sich vor allem gegen die Kurden und führte zu schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen wie ethnischer Säuberung gegen die Kurden. Beobachter werten die türkischen Militäraktionen als völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. Ab Januar 2026 wurde die Region zudem von der syrischen Armee unter al-Scharaa angegriffen und teilweise besetzt, was dort eine humanitäre Krise auslöste. Ende Januar 2026 verkündigte die Syrische Regierung eine umfassende Einigung mit den Kurden, die die Integration der kurdischen Kräfte in die Institutionen des syrischen Staates vorsieht.

  1. Issio Ehrich: Kurden in Syrien: Sie haben alles zu verlieren. In: Die Zeit. 2. Januar 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 9. Januar 2025]).
  2. Terry Glavin: In Iraq and Syria, it’s too little, too late. In: ottawacitizen.com. 14. November 2014, abgerufen am 19. März 2016 (englisch).
  3. Kurden rufen Autonomiegebiet aus. tagesschau.de, 17. März 2016.