Quantendefekttheorie

Die Quantendefekttheorie der physikalischen Chemie dient zur modellhaften Berechnung der charakteristischen Linienspektren von Atomen mit mehreren Elektronen, insbesondere von solchen der 1. Hauptgruppe.

Johannes Rydberg hatte bereits 1889 festgestellt, dass die später nach ihm benannte Rydberg-Formel für die Alkalimetalle so zu korrigieren ist, dass anstelle der Hauptquantenzahlen die um einen Betrag verringerten effektiven Hauptquantenzahlen verwendet werden müssen; die erhielten später den Namen Quantendefekte.

Die Abweichungen sind im Rahmen der Orbitalmodelle so zu verstehen, dass die inneren Elektronen den Atomrumpf für das äußere Elektron nicht völlig abschirmen, da sich dessen Orbital mit denen der inneren Elektronen überschneidet.

  1. M. J. Seaton: Quantum defect theory. In: Rep. Prog. Phys. Band 46, 1983, S. 167–257, doi:10.1088/0034-4885/46/2/002 (iop.org [abgerufen am 28. November 2014]).
  2. Ch. Jungen: Molecular Applications of Quantum Defect Theory. Taylor & Francis Group, 1996, ISBN 978-0-7503-0162-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).