Quintus Corellius Rufus

Quintus Corellius Rufus war ein römischer Senator der flavischen Zeit. Er bekleidete das Amt des Suffektkonsuls wahrscheinlich im Oktober eines unbekannten Jahres unter Kaiser Vespasian – vermutlich im Jahr 78 – zusammen mit Lucius Funisulanus Vettonianus. Im Jahr 82 war er Statthalter (legatus Augusti pro praetore) der Provinz Germania superior. Unter Kaiser Nerva wurde er in die curatio agrorum emendandorum dividendendorumque (Kommission zur Korrektur und Verteilung von Land in Italien) berufen; dabei nahm er Tiberius Claudius Pollio als Gehilfen hinzu.

Seit seinem 33. Lebensjahr (ca. 63) litt er an einer langjährigen, schmerzhaften Fußkrankheit (pedum dolor), die mit zunehmendem Alter immer quälender wurde und schließlich den ganzen Körper erfasste. Dennoch verschob er seinen Entschluss zum Selbstmord lange, um – wie er sagte – „diesen Banditen“ (isti latroni) wenigstens einen Tag zu überleben, womit er Kaiser Domitian meinte. Erst unter Nerva beendete er sein Leben freiwillig durch inedia (Hungerstreik), nachdem er das 67. Lebensjahr vollendet hatte – vermutlich im Jahr 97 oder 98.

Corellius stammte vermutlich aus Transpadanien (dem Gebiet nördlich des Po in Oberitalien), einer Region, aus der in flavischer Zeit mehrere Senatoren aufstiegen. Er hinterließ seine Gattin Hispulla. Plinius der Jüngere sah in ihm einen väterlichen Freund und Mentor. Er suchte häufig dessen Rat, bezeichnete ihn wiederholt als moralisches Vorbild und trauerte tief um dessen Tod. Plinius blieb der Familie zeitlebens verbunden: Er unterstützte die Tochter Corellia Hispulla bei der Erziehung ihres Sohnes und erwähnt mehrfach die enge persönliche und geistige Nähe. Zu Corellius’ engerem Freundeskreis gehörten neben Plinius auch Gaius Iulius Cornutus Tertullus und Gaius Geminius. In seinen Briefen hebt Plinius besonders Corellius’ Integrität und Weisheit hervor.

  1. CIL 14, 4276.
  2. CIL 16, 28.
  3. Plinius, Epistulae 7,31,4; vgl. Cassius Dio, Römische Geschichte 68,2.
  4. Plinius, Epistulae 1,12,4–8.
  5. Plinius, Epistulae 1,12,1. 9–11.
  6. Plinius, Epistulae 1,12. 3. 7. 9. 10.
  7. Plinius, Epistulae 1,12.
  8. Plinius, Epistulae 3,3; 4,17.
  9. Plinius, Epistulae 3,3; 4,17; 5,1; 7,11; 9,13.
  10. Plinius, Epistulae 4,17,9; 5,1,5.
  11. Plinius, Epistulae 1,12,9.
  12. Plinius, Epistulae 1,12,3; 3,3,1; 4,17,4–9; 9,13,6.