Röderwirtschaft
Röderwirtschaft (von Rodung), auch Röderlandbetrieb, ist eine regionale Bezeichnung für eine historische Form des Waldfeldbaus, mit abwechselnder Acker- und Waldnutzung, als Niederwaldbetrieb. Der Ausdruck ist bezeugt zum Beispiel im Moselland, in Luxemburg, im Spessart. In anderen Landschaften waren abweichende Bezeichnungen für dasselbe Anbausystem oder sehr ähnliche Systeme üblich, so Hauberg im Siegerland, Rottwirtschaft im linksrheinischen Rheinischen Schiefergebirge, Reutbergwirtschaft im Schwarzwald. Unter dem Namen Schiffelwirtschaft in Eifel und Hunsrück wurde Ackerbau mit Ginster abgewechselt. Dies wird von Beil 1842 als „Röderlandbetrieb mit holzigen Forstunkräutern“ bezeichnet.
Dieses System der Flächenbewirtschaftung wird in Lehr- und Handbüchern des Forstwesens bis ins 19. Jahrhundert beschrieben. Vor allem aufgrund veränderter rechtlicher Vorschriften und Grundlagen kam sie dann (in Mitteleuropa) außer Gebrauch und geriet weitgehend in Vergessenheit.
- ↑ Christian Suchomel, Werner Konold, Timea Helfrich: Niederwald. Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege XIII-1.1. 27. Ergänzungslieferung 01/13: 1-24.
- ↑ Werner Konold: Feldholzanbau im kurzen Umtrieb: ein Rückblick in die Geschichte. Kapitel 2 in: M. Veste und C. Böhm (Hrsg.), Agrarholz – Schnellwachsende Bäume in der Landwirtschaft. Springer Verlag 2018, ISBN 978-3-662-49930-6.