Rathaus (Zürich)

Das Zürcher Rathaus war bis 1798 der Regierungs- und Verwaltungssitz der Stadtrepublik Zürich. Es wurde zwischen 1694 und 1698 an repräsentativer Lage freistehend in der Limmat in der Mitte der Altstadt von Zürich erbaut. Die klassischen Formen des Äussern sind der Architectura recreationis (Augsburg 1640) des italienkundigen Joseph Furttenbach entnommen, das Innere im Stil des Hochbarock gestaltet.

Seit 1803 ist das Rathaus im Besitz des Kantons Zürich und dient als Sitz des Kantonsrats. Auch der Gemeinderat (Parlament) der Stadt Zürich tagt im Rathaus. Des Weiteren nutzen die Kirchensynode und der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich sowie die Synode der römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich das Rathaus als Tagungsort. Seit Februar 2023 tagen der Zürcher Kantonsrat und der Gemeinderat der Stadt Zürich provisorisch in der umgebauten Bullingerkirche (Rathaus Hard). Die ursprünglich für den Zeitraum von 2023 bis 2027 geplante Gesamtinstandsetzung des historischen Rathauses verzögert sich jedoch auf unbestimmte Zeit. Grund dafür ist ein massiver Konflikt mit der kantonalen und eidgenössischen Denkmalpflege, die das vorliegende Umbauprojekt (insbesondere die Verlegung des Ratssaals ins Obergeschoss) im Sommer 2024 ablehnte. Der Regierungsrat muss das Projekt nun rechtlich klären oder redimensionieren, wodurch der Rückzug an den Limmatquai vorerst ungewiss ist.

  1. Lea Carl: Zürich. Architekturführer. Zürich 1972, S. 71–75.
  2. Instandsetzung des Zürcher Rathauses: Rasch Rechtssicherheit schaffen. Abgerufen am 3. März 2026.