Reliabilität

Die Reliabilität (lateinisch reliabilitas Zuverlässigkeit; übernommen als Fachbegriff aus dem Englischen, reliability „Zuverlässigkeit“, besser: „Beständigkeit“) als ein Gütekriterium psychologisch-diagnostischer Verfahren (Tests) bezieht sich auf die formale Genauigkeit, d. h. auf die Exaktheit der Messung (daher auch besser als „Messgenauigkeit“ bezeichnet). Innerhalb der sogenannten Klassischen Testtheorie berechnet sie sich ihr Ausmaß als derjenige Anteil an der Varianz („Variabilität“/„Unterschiedlichkeit“) der Mess-/Testwerte, der durch die tatsächlichen Unterschiede im zu messenden Merkmal erklärt werden kann und nicht durch Messfehler verursacht wird. Z. B. sollten bei der Wiederholung der Messung unter gleichen Rahmenbedingungen das gleiche Messergebnis erzielt werden (Reproduzierbarkeit).

Genauer bezieht sich die Reliabilität eines psychologisch-diagnostischen Verfahrens auf zwei Aspekte:

  • Stabilität (Gleichheit der Messergebnisse bei Anwendung zu unterschiedlichen Zeitpunkten)
  • Konsistenz (Ausmaß, nach dem alle Items, die in einem Test zu einem Merkmal zusammengefasst werden, dasselbe Merkmal messen).

Innerhalb der sogenannten Item-Response-Theorie wird die Messgenauigkeit eines psychologisch-diagnostischen Verfahrens über den (Standard-)Schätzfehler des gesuchte Personenparameters bestimmt; sie bezieht sich also auf die „innere“ Konsistenz.

  1. H. Gulliksen: Theory of mental tests. Wiley, New York 1950.