Renegade (Luftfahrt)
Der englischsprachige Begriff Renegade (engl. für abtrünnig, Überläufer) beschreibt im kriminalistischen Kontext ein fliegendes Verkehrsflugzeug, das im Verdacht steht, durch Luftpiraten als Waffe für einen terroristischen Angriff gegen Bodenziele verwendet zu werden.
Renegade-Fälle sind also spezielle Formen der Flugzeugentführung mit einer extrem hohen kriminellen Energie. Terroristen nutzen insbesondere die kinetische Energie des Flugzeuges und die Brennbarkeit des Kerosins, um die größtmögliche Wirkung auf das Objekt und eine hohe Anzahl an Opfern bei Passagieren, fliegendem Personal und den angegriffenen Personen am Boden zu erreichen.
Die offizielle Definition lautet in Deutschland wie folgt:
„Lage, in der die Vermutung, der Verdacht oder die Gewissheit bestehen, dass ein Luftfahrzeug aus terroristischen oder anderen Motiven als Waffe verwendet werden soll.“
Derartige Lagen zeichnen sich dadurch aus, dass das Leben und die körperliche Unversehrtheit zahlreicher Menschen wesentlich beeinträchtigt oder geschädigt werden können.
International etabliert hat sich der Begriff seit 2002 infolge der Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA. Vorher wurde Renegade im englischen Sprachgebrauch zur Bezeichnung von Flugzeugentführung verwendet.
- ↑ Informationen zur mündlichen Verhandlung am 9. November 2005 in Sachen Luftsicherheitsgesetz; Pressemitteilung Nr. 101/2005. Bundesverfassungsgericht, 17. Oktober 2005, archiviert vom am 25. Dezember 2015; abgerufen am 2. November 2018: „Renegade-Flugzeuge (…) sind zivile Luftfahrzeuge, die zu terroristischen oder anders motivierten Zwecken als Waffe für einen gezielten Absturz missbraucht werden.“