Reserveantibiotikum

Als Reserveantibiotikum (englisch antibiotics of last resort oder drugs of last resort) werden Antibiotika bezeichnet, die für einen Einsatz mit strenger Indikation vorgesehen sind, denn durch eine gezielte Verwendung von Antibiotika kann grundsätzlich die Häufigkeit der Entstehung von Antibiotikum-Resistenzen vermindert werden. Daher werden vor allem neu entwickelte Antibiotika wie Tigecyclin, Linezolid und Tedizolid als Reserveantibiotika verwendet. Ein Grund für die Einschränkung können auch schwere Nebenwirkungen sein. So ist Ciprofloxacin für Kinder nur bei schweren und schwersten bakteriellen Infektionen mit ansonsten resistenten Erregern angezeigt.

Obwohl in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern Antibiotika sparsamer eingesetzt werden, entfällt in etwa einem Drittel aller Fälle die Verordnung auf ein als Reserveantibiotikum bezeichnetes Mittel.

  1. Klaus Miksits, Helmut Hahn: Basiswissen medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin/Heidelberg 2003, ISBN 3-540-01525-6, S. 351, (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Judith Günther, Winfried V. Kern, Katrin Nink, Helmut Schröder, Katja de With: Solange sie noch wirken … (PDF; 595 kB) Analysen und Kommentare zum Antibiotikaverbrauch in Deutschland. Wissenschaftliches Institut der AOK in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Freiburg, Januar 2003, S. 104, archiviert vom Original am 2. Mai 2016; abgerufen am 22. Mai 2019.