Rheinbundakte

Die Rheinbundakte ist der am 12. Juli 1806 in Paris geschlossene Vertrag zwischen dem Bevollmächtigten des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte und den Bevollmächtigten 15 deutscher Fürsten. Dieser Vertrag wurde auf Druck Napoleons geschlossen, der eine militärische Übermacht darstellte und der seinen Herrschaftsanspruch über die deutschen Staaten festigen wollte. Die westlich gelegenen deutschen Staaten mussten sich vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation lösen, sich militärisch unter den Schutz Frankreichs stellen und der mit diesem Vertrag gegründeten Konföderation des Rheinbundes beitreten. Einen Sonderfall bildete das Fürstentum Liechtenstein, das dem Rheinbund nicht durch Unterschrift beitrat, sondern auf der Grundlage von Art. 39 der Rheinbundakte durch Verfügung Napoleons in die Konföderation aufgenommen wurde. Mit diesem Vertrag wurde das Ende des Heiligen Römischen Reiches eingeläutet.

  1. Die Einleitung der Rheinbundakte nennt Napoleon als Kaiser der Franzosen und König von Italien einerseits, andererseits Bayern, Württemberg, den Reichserzkanzler (Karl Theodor von Dalberg für den Staat des Fürstprimas), Baden, Berg-Kleve, Hessen-Darmstadt, Nassau-Usingen, Nassau-Weilburg, Hohenzollern-Hechingen, Hohenzollern-Sigmaringen, Salm-Salm, Salm-Kyrburg, Isenburg-Birstein, Arenberg, Liechtenstein und den Grafen von der Leyen. Liechtenstein wurde allerdings kein Signatarstaat der Rheinbundakte; es war weder durch den Fürsten noch durch einen Bevollmächtigten vertreten. Als Bevollmächtigter Frankreichs unterzeichnete den Vertrag Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord. Als Bevollmächtigte der 15 deutschen Fürsten unterzeichneten: Anton von Cetto (Bayern), Georg Ernst Levin von Wintzingerode (Württemberg), Carl Leopold von Beust (Staat des Fürstprimas), Sigismund von Reitzenstein (Baden), Maximilian Friedrich von Vittinghoff, gen. von Schell (Berg-Kleve), August Wilhelm Rabe von Pappenheim (Hessen-Darmstadt), Hans Christoph Ernst von Gagern (Nassau-Usingen und Nassau-Weilburg), Franz Xaver von Fischler (Hohenzollern-Hechingen, Hohenzollern-Sigmaringen, Salm-Salm und Salm-Kyrburg), Ludwig Franz Greuhm (Isenburg-Birstein) und Esprit André Durant de Saint André (Arenberg und von der Leyen).
  1. Elisabeth Berger: Rezeption im liechtensteinischen Privatrecht unter besonderer Berücksichtigung des ABGB. Lit-Verlag, Wien und Berlin 2011, ISBN 978-3-643-50322-0, S. 16 (= Rechtsgeschichte und Rechtsgeschehen, Band 14); Google Books
  2. Georg Malin: Die politische Geschichte des Fürstentums Liechtenstein in den Jahren 1800–1815. In: Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, 53. Band, 1953, S. 51 (uni.li)