Rheinischer Münzverein

Der Rheinische Münzverein war ein im Spätmittelalter von den vier rheinischen Kurfürsten Kuno von Trier, Friedrich von Köln, Adolf von Mainz und Ruprecht von der Pfalz gegründeter Münzverein. Das Münzregal und damit das uneingeschränkte Münzrecht war 1356 für alle Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches in der Goldenen Bulle festgeschrieben worden. Diese leiteten daraus das Recht zum Prägen von Goldmünzen ab.

Zunächst ließ der Rheinische Münzverein nur den Rheinischen Goldgulden, später auch den silbernen Weißpfennig prägen. Der Goldgulden wurde bald überall im Reich als Handelsmünze akzeptiert und als Rechnungsmünze in Verträgen und Urkunden bis ins 17. Jh. verwendet.

In der Vertragsurkunde des Rheinischen Münzvereins wurde das Gepräge des Guldens genau vorgeschrieben: Uff eyner Sytten sand Johannes bilde – und uff der ander Sitten eynen Tripass, da en mitten sallen des herren wappen, in dess monczen der gulden geslagen wirdet, und uff den dreien orttene sullen staen der ander dreyen herren wapen.

  1. Heinz Fengler, Gerhard Gierow, Willy Unger: Transpress Lexikon Numismatik. Berlin 1976, S. 408.
  2. 1 2 Arthur Suhle: Die Groschen- und Goldmünzenprägung im 14.und 15. Jahrhundert. in: Deutsche Münz- und Geldgeschichte von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert. Berlin 1974, S. 175 f.
  3. Heinz Fengler: Einleitung. In: 700 Jahre Münzprägung in Berlin. Berlin 1976, S. 20. Vgl. die neuhochdeutsche Übersetzung der Goldene Bulle von 1713, X. Kapitel – Von der Müntz. Volltext bei Wikisource und Kommentar von Karl Zeumer: Die Goldene Bulle Kaiser Karls IV. (Teil 1). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1908, Seite 51 f. (Volltext bei Wikisource).
  4. Rheinischer Gulden - Eine Goldmünze der Rheinischen Kurfürsten. (Memento vom 2. Oktober 2013 im Internet Archive) In: muenzwissen.com. Abgerufen am 30. Oktober 2025.