Rocky Flats

Koordinaten: 39° 53′ 24″ N, 105° 12′ 0″ W

Rocky Flats bzw. offiziell der Rocky Flats Plant (RFP) war eine kerntechnische Anlage des US-amerikanischen Kernwaffen-Programms im Bundesstaat Colorado circa 30 km von Denver entfernt.

Hier wurden nukleare Komponenten von Kernwaffen gefertigt, vor allem die kugelförmigen Spaltstoff-Kerne aus Plutonium (Pu) für Fissionsbomben, englisch auch bekannt als Pits oder Cores. Ebenfalls wurde bei RFP kernphysikalische, radiochemische und prozesstechnologische Forschung und Entwicklung betrieben. Die daraus hergestellten Sprengsätze wurden unter anderem als primäre Stufe in Wasserstoffbomben verwendet, wozu sie zur Endmontage an die Pantex Plant bei Amarillo in Texas geliefert wurden.

Zwischen 1953 und 1989 wurden im RFP ungefähr 70.000 dieser Pu-Kerne hergestellt, mit der Hinterlassenschaft radioaktiver, plutoniumhaltiger Stäube in der Umgebung. Von 1953 bis 1975 wurde die Anlage von Dow Chemical betrieben und von 1975 bis zur Schließung 1989 durch Rockwell International verwaltet. Die Dachorganisation, welche diese Unternehmen beauftragte, war die Atomic Energy Commission (AEC) und ihre Nachfolgeorganisationen bis zum Ende der Anlage.

  1. 1 2 Robert E. Rothe: The Critical Mass Laboratory at Rocky Flats. In: Nuclear Science and Engineering. Band 145, Nr. 2, Oktober 2003, ISSN 0029-5639, S. 161–172, doi:10.13182/NSE03-A2372 (englisch, tandfonline.com [abgerufen am 20. Juni 2023]).
  2. David L. Clark, David R. Janecky, Leonard J. Lane: Science-based cleanup of Rocky Flats. In: Physics Today. Band 59, Nr. 9, September 2006, ISSN 0031-9228, S. 34–40, doi:10.1063/1.2364243 (englisch, scitation.org [abgerufen am 20. Juni 2023]).