Texas
| Texas | |||||
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| Liste der Bundesstaaten | |||||
| Hauptstadt: | Austin | ||||
| Staatsmotto: | Friendship (Freundschaft) | ||||
| Amtssprache: | de jure: keine | ||||
| Fläche: | 695.621 km² | ||||
| Einwohner: | 29.145.505 (Census 2020) (41 E. / km²) | ||||
| Mitglied seit: | 29. Dezember 1845 | ||||
| Zeitzone: | Central: UTC−6/−5 Mountain: UTC−7/−6 (Spitze von West Texas) | ||||
| Höchster Punkt: | 2667 m (Guadalupe Peak) | ||||
| Durchschn. Höhe: | 520 m | ||||
| Tiefster Punkt: | 0 m Golf von Mexiko | ||||
| Gouverneur: | Greg Abbott (R) | ||||
| Post / Amt / ISO | TX / / US-TX | ||||
| Karte von Texas | |||||
Texas (englisch oder [], von cadd. táyshaʔ ‚Freunde‘ oder ‚Verbündete‘) ist ein Bundesstaat im mittleren Süden der Vereinigten Staaten von Amerika. Er grenzt im Osten an Louisiana, im Nordosten an Arkansas, im Norden an Oklahoma, im Westen an New Mexico und im Süden und Südwesten entlang des Rio Grande an die mexikanischen Bundesstaaten Chihuahua, Coahuila, Nuevo León und Tamaulipas. Im Südosten wird Texas durch den Golf von Mexiko begrenzt. Mit einer Fläche von 695.621 km² und mehr als 30 Millionen Einwohnern im Jahr 2023 ist Texas – nach Alaska beziehungsweise Kalifornien – sowohl von der Ausdehnung her als auch von der Anzahl seiner Bewohner der zweitgrößte US-Bundesstaat.
Texas hat den Beinamen Lone Star State (übersetzt: Staat des einsamen Sterns), da auf seiner Flagge nur ein Stern zu sehen ist. Von der Bedeutung her trägt dieser der Tatsache Rechnung, dass Texas den USA als eigenständige Republik beitrat. Das ursprünglich von indigenen Völkern besiedelte Land wurde ab dem 16. Jahrhundert von Spanien kolonisiert. Nach der mexikanischen Unabhängigkeit 1821 gehörte es zu Mexiko, erklärte aber 1836 im Zuge der berühmten Schlacht von Alamo im heutigen San Antonio seine eigene Unabhängigkeit und war fast zehn Jahre lang die Republik Texas. Mexiko hatte zuvor in den 1820er Jahren viele Siedler aus den USA in das damals dünn besiedelte, weit entfernt vom mexikanischen Kernland liegende Texas gelassen, um diese Gebiete zu entwickeln. Jene Siedler brachten jedoch ihre Sprache, Kultur und vor allem Sklaven mit – letzteres stand im Widerspruch zu den mexikanischen Gesetzen, die Sklaverei verboten. Die mehrheitlich angloamerikanischen Siedler fühlten sich kulturell und politisch kaum mit Mexiko verbunden und lehnten die Vorgaben der mexikanischen Regierung ab (Annahme der Mexikanischen Staatsbürgerschaft, Übertritt zum katholischen Glauben), was in der Texanischen Revolution mündete. Entscheidende Hilfe erhielten die Texaner durch zahlreiche freiwillige Kämpfer und privat finanzierten Nachschub an Waffen aus den USA, auch wenn die US-Regierung offiziell neutral blieb. Sam Houston, der Oberbefehlshaber der Texanischen Streitkräfte, war selbst ein US-Amerikaner mit politischer Karriere, der sich nach Skandalen in Texas niederließ und schnell zu einem der führenden Köpfe der Siedlerpolitik und Unabhängigkeitsbewegung wurde. Wirtschaftlich schwach und militärisch stets von Mexiko bedroht, trat das unabhängig gewordene Texas im Jahr 1845 schließlich den Vereinigten Staaten bei, was den Mexikanisch-Amerikanischen Krieg auslöste, bei dem die siegreichen Vereinigten Staaten nicht nur Texas, sondern auch Kalifornien und den gesamten heutigen Südwesten der USA dazugewannen.
Texas profitierte wirtschaftlich, weil es nun sicherer Teil einer großen Union war, Handelswege und Siedlerströme besser angebunden waren und Kapital ins Land kam. Dies lockte auch viele neue Siedler aus den Südstaaten und auch aus Europa nach Texas, was die Bevölkerungsstruktur noch einmal deutlich veränderte. Zu jener Zeit breitete sich die Plantagenwirtschaft stark aus, besonders im Osten von Texas, womit der Staat ein fester Teil des „Deep South“ wurde. Als klassischer Sklavenstaat war Texas während des nur wenige Jahre später folgenden Amerikanischen Bürgerkriegs ein wichtiger Teil der Konföderation, wurde nach dem Sieg der Unionsstaaten aber ab 1870 wieder Teil jener Union. Während viele Südstaaten rein auf Baumwolle fixiert waren und mit der Abschaffung der Sklaverei einen wirtschaftlichen Kollaps erlitten, profitierte Texas von seiner starken Rinderzucht, dem Getreideanbau und einer damals noch relativ unerschlossenen Prärie, die nach dem Krieg in einem nochmals schnelleren Tempo von Farmern und Ranchern besiedelt wurde. Mit seiner Lage am Golf von Mexiko und der Nähe zum Westen profitierte Texas auch vom baldigen Ausbau neuer Eisenbahnlinien und Häfen. Städte wie Houston, Galveston und später Dallas wurden wichtige Handelszentren.
Mit seinen 254 Countys hat Texas die meisten Countys eines Bundesstaats der Vereinigten Staaten. Der Metroplex Dallas-Fort Worth und der Großraum Houston sind die viert- bzw. fünftbevölkerungsreichsten Ballungsräume der USA hinter New York, Los Angeles und Chicago. Die Hauptstadt des Bundesstaates ist Austin, weitere bedeutende Großstädte sind das ebenfalls über eine Million Einwohner zählende San Antonio, die Grenzstadt El Paso und die Küstenstadt Corpus Christi. Aufgrund seiner Größe und geologischer Gegebenheiten wie der Balcones-Verwerfung weist Texas vielfältige Landschaften auf. Von Osten nach Westen reicht die Landschaft von Küstensümpfen und Kiefernwäldern über sanfte Ebenen und schroffe Hügel bis hin zur Wüste und den Bergen des Big Bend. Generell ist der Westen von Texas dünner besiedelt, während der östliche, grünere Teil des Staates zu den Siedlungsschwerpunkten des US-amerikanischen Südens zählt. Großlandschaftlich-kulturell hat Texas Anteil an drei US-Großregionen: den klassischen Südstaaten, den Präriestaaten des mittleren Westens und der Border-Region zu Mexiko.
Historisch gesehen prägten vor dem Zweiten Weltkrieg vier große Wirtschaftszweige die texanische Wirtschaft: Rinder, Baumwolle, Holz und Öl. Die Entdeckung großer Erdölvorkommen löste einen Wirtschaftsboom aus, der die Wirtschaft über weite Strecken des 20. Jahrhunderts trug. Viele der größten US-Ölkonzerne wie ExxonMobil oder ConocoPhillips haben ihren Sitz in Texas. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte Texas eine diversifizierte Wirtschaft sowie einen Hightech-Sektor mit bekannten Firmen wie u. a. Dell Technologies. Weitere große Unternehmen mit Sitz in Texas sind u. a. die Einzelhandelsketten 7-Eleven, J.C. Penney oder GameStop, sowie die Fluggesellschaften American Airlines und Southwest Airlines. Politisch ist seit Jahrzehnten die Republikanische Partei führend. Mitbedingt durch Urbanisierung sowie demografische Veränderungen gelang es den Demokraten allerdings, bestimmte Bastionen (wie etwa die Border-Region entlang der Grenze zu Mexiko) zu halten oder punktuell sogar auszubauen. Trotzdem hat Texas weiterhin eine sehr markante politische Kultur, die einen großen Wert auf Eigenverantwortung, niedrige Steuern und geringe staatliche Regulierung legt. In der neueren Geschichte stellte Texas den 36. sowie den 43. US-Präsidenten: Lyndon B. Johnson und George W. Bush.
Die geographische Vielfalt, die Historie als einst unabhängiger Staat und die starke eigene Identität der Texaner tragen zum Image Texas' als eine Art „Staat im Staat“ bei. Kaum ein anderer US-Bundesstaat steht so sehr für eine eigenständige Kultur. Der Spruch „Everything is bigger in Texas“ ist Teil der Popkultur und spiegelt den Stolz auf Größe, Weite und Unabhängigkeit wider. Rodeos, Westernkleidung, Reittraditionen und Rinderzucht sind bis heute tief verankert. Mit der Tex-Mex-Küche gibt es eine eigenständige kulinarische Tradition, die mexikanische und texanische Einflüsse verbindet. Texas ist größer als jedes Land Europas (außer Russland) und wäre als unabhängiger Staat unter den zehn größten Volkswirtschaften der Welt.
- ↑ Density Using Land Area
- ↑ Phillip L. Fry: Texas, Origin of Name. In: The Handbook of Texas Online. Texas State Historical Association (TSHA), 1999 ff. (englisch), abgerufen am 25. April 2009., TSHA Online – A Digital Gateway to Texas History
- 1 2 3 4 Stefan Rinke: Lateinamerika und die USA: eine Geschichte zwischen Räumen - von der Kolonialzeit bis heute (= Geschichte kompakt). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-534-24551-2, S. 55.