SAR-Lupe
SAR-Lupe ist ein deutsches Aufklärungssatellitensystem der Bundeswehr. Es besteht aus vier von ursprünglich fünf identischen Kleinsatelliten und einer Bodenstation (Erdfunkstelle). Es soll durch das SARah-System ersetzt werden.
SAR-Lupe war bei Inbetriebnahme 2007 eines der damals noch kleinen Zahl von Aufklärungssystemen mit Synthetic-Aperture-Radar-Technik (SAR) und wurde darauf ausgelegt, unabhängig von Wetter und Tageszeit hochauflösende Bilder von jedem Punkt der Erde zu erstellen. In Betrieb ging das globale Erkundungssystem ab Dezember 2007; das volle Leistungsspektrum wurde im Jahre 2008 erreicht.
Mit dem Abkommen von Schwerin hatten Deutschland und das Frankreich bereits 2002 eine Kooperation ihrer jeweiligen Aufklärungssysteme vereinbart: mit dem französischen „French SAR-Lupe Ground Segment“ (FSLGS) wurde als technische Schnittstelle zwischen HELIOS und SAR-Lupe geschaffen.
Die Anschaffungskosten für SAR-Lupe lagen nach öffentlichen Quellen bei 365 Millionen Euro und einem jährlichen Kostenaufwand von 8,7 Millionen Euro für den Betrieb. Da die Satelliten ihre geplante Lebensdauer deutlich überschritten (Einsatz bis ins Jahr 2026), wurden für die spätere Phase zusätzliche Gelder für den Erhalt des Systems bereitgestellt.
SAR-Lupe ist Vorläufer von SARah und dem künftigen SPOCK-Satellitensystem der Bundeswehr sowie zu dem optischen GEORG-Satelliten des Bundesnachrichtendienstes. SAR-Lupe befindet sich 2026 am Ende seines Lebenszyklus, legte aber die Grundlage für eine eigene Satellitenaufklärung der Bundesrepublik.
- ↑ Kurt Baldenhofer, Nicolas Marschall: SAR-Lupe. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ Tandem X, SAR-Lupe, Sentinel. In: waffenvombodensee.com. Abgerufen am 13. Januar 2026.
- ↑ FPS: Mit SARah erhält die Bundeswehr einen Nachfolger des bewährten SAR-Lupe-Systems - Klartext Raumfahrt. In: Klartext Raumfahrt. 16. Januar 2024 (klartext-raumfahrt.de [abgerufen am 13. Januar 2026]).