Salzgitter-Lebenstedt (archäologischer Fundplatz)
Der archäologische Fundplatz Salzgitter-Lebenstedt ist eine mittelpaläolithische Fundstelle nördlich von Salzgitter-Lebenstedt im östlichen Niedersachsen. Es handelte sich um eine Freilandstation saisonal sesshafter Jäger und Sammler, an der 1952 rund 840 Feuersteinartefakte und etwa 50.000 Jahre altes Knochenmaterial ausgegraben wurde. Darunter waren Reste von mindestens 16 Mammutindividuen, dazu Überreste von mindestens 86 Rentieren sowie die beiden bis dahin nördlichsten Knochenstücke von Neandertalern. 1977 fand eine zweite Grabung statt.
Die Neandertaler waren weitgehend auf Rentierjagd in einer tundrenhaften Umgebung spezialisiert, wobei sie deren saisonale Züge von den borealen Wäldern der Gebirgszonen südwestlich ihres Lagers in die Steppen-Tundra der Tiefebene ausnutzten. Die Jäger folgten demnach ihrer Jagdbeute saisonal in die Tiefebene. Die Micoquien-Fundstelle Lichtenberg (Landkreis Lüchow-Dannenberg), etwa 90 km weiter nördlich, bestand zur gleichen Zeit und könnte in dasselbe Territorium gehören.
- ↑ Stephan Veil, Klaus Breest, Hans-Christoph Höfle, Hans-Heinrich Meyer, Hugues Plisson, Brigitte Urban-Küttel, Günther A. Wagner, Ludwig Zöller: Ein mittelpaläolithischer Fundplatz aus der Weichsel-Kaltzeit bei Lichtenberg, Kr. Lüchow-Dannenberg. Zwischenbericht über die archäologischen und geobotanischen Untersuchungen 1987–1992, in: Germania 72,1 (1994) 1–66.