Schizoide Persönlichkeitsstörung
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| F60.1 | Schizoide Persönlichkeitsstörung |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Die schizoide Persönlichkeitsstörung (SPS) zeichnet sich durch einen Rückzug von gefühlsbetonten und zwischenmenschlichen Kontakten aus. Dies äußert sich durch eine Vorliebe für Fantasien und Selbstbeobachtung, Einzelgängertum und eine in sich gekehrte Zurückhaltung. Die Betroffenen verfügen nur über ein begrenztes Vermögen, Gefühle auszudrücken und Freude zu erleben.
Psychodynamische Ansätze sehen den Wunsch nach Nähe und Intimität bei gleichzeitiger Angst vor Überwältigung und Fremdbestimmung als Kernkonflikt schizoider Persönlichkeiten. Hierfür wurde auch die Bezeichnung schizoides Dilemma geprägt. Betroffene Menschen neigen deshalb dazu, Beziehungen überwiegend in ihrer Fantasie zu führen, während diese in der Realität vermieden werden und eine Betonung der Autonomie und Autarkie erfolgt. Als Folge davon entsteht eine charakteristische Gegenläufigkeit zwischen innerer Welt und äußerem Verhalten.
- ↑ Otto F. Kernberg: Die Psychodynamik und Behandlung der schizoiden Persönlichkeitsstörung. In: Gerhard Dammann, Otto F. Kernberg (Hrsg.): Schizoidie und schizoide Persönlichkeitsstörung – Psychodynamik – Diagnostik – Psychotherapie. 1. Auflage. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart 2019, ISBN 978-3-17-033467-0, S. 187–201.
- ↑ Nancy McWilliams: Psychoanalytische Diagnostik: Persönlichkeitsstruktur im klinischen Prozess verstehen. 1. Auflage. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart 2025, ISBN 978-3-17-045813-0, Kapitel 9 „Schizoide Persönlichkeiten“, S. 219–236.
- ↑ Ralph Klein: The Self-in-Exile: A Developmental, Self, and Object Relations Approach to the Schizoid Disorder of the Self. In: James F. Masterson, Ralph Klein (Hrsg.): Disorders of the Self: New Therapeutic Horizons: The Masterson Approach. Routledge, 1995, ISBN 0-87630-786-1, doi:10.4324/9780203777510 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
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