Persönlichkeitsstörung

Klassifikation nach ICD-10
F21 Schizotype Störung
F60.0 Paranoide Persönlichkeitsstörung
F60.1 Schizoide Persönlichkeitsstörung
F60.2 Dissoziale Persönlichkeitsstörung
F60.30 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typ
F60.31 Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline-Typ
F60.4 Histrionische Persönlichkeitsstörung
F60.5 Anankastische [zwanghafte] Persönlichkeitsstörung
F60.6 Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung
F60.7 Abhängige (asthenische) Persönlichkeitsstörung
F60.8 Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen
Narzisstische Persönlichkeitsstörung
Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung
F60.9 Persönlichkeitsstörung, nicht näher bezeichnet
F61 Kombinierte und andere Persönlichkeitsstörungen
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Persönlichkeitsstörungen (PS) stellen eine Klasse von psychischen Störungen dar. Bei ihnen sind bestimmte Merkmale der Persönlichkeitsstruktur und des Verhaltens in besonderer Weise ausgeprägt, unflexibel oder wenig angepasst. Sie gehören zu den häufigsten Diagnosen in der Psychiatrie.

Persönlichkeitsstörungen bezeichnen lang andauernde Erlebens- und Verhaltensmuster mit vielfältiger Verursachung (z. B. durch Entwicklungsbedingungen in der Kindheit oder späteren Lebensabschnitten, genetische Faktoren oder erworbene Hirnschäden). Diese Verhaltensmuster weichen von einem flexiblen, situationsangemessenen Erleben und Verhalten in charakteristischer Weise ab. Die persönliche Leistungsfähigkeit im sozialen, beruflichen und privaten Leben ist meist deutlich beeinträchtigt (siehe Lebensqualität bei PS).

Das Verständnis und die medizinische Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen wurde in der Geschichte bereits mehrfach revidiert. Nach dem aktuell weiterverbreitetsten Verständnis (ICD-10 und DSM-5) werden verschiedene PS nach charakteristischen Typologien unterteilt, wobei jedoch häufig Überschneidungen vorkommen. Der Begriff Persönlichkeitsstörung wurde früher auch als Charakterneurose bezeichnet und ist eng verwandt, aber nicht inhaltlich identisch mit den Begriffen Neurosenstruktur und Neurosendisposition.

Bei Kindern und Jugendlichen finden sich in seltenen Fällen Vorstufen oder Risikokonstellationen von Persönlichkeitsstörungen. Da aber davon ausgegangen wird, dass die Entwicklung der Persönlichkeit im Jugendalter noch nicht vollendet ist, wird hier eher von einer Persönlichkeitsentwicklungsstörung gesprochen.

Neuste Studien gehen davon aus, dass mehr als jede zehnte Person in der Allgemeinbevölkerung und etwa 40–60 % im psychiatrischen Setting von PS betroffen sind.

  1. Henning Saß: Personality Disorders. In: International Encyclopedia of the Social & Behavioral Sciences. 2001, S. 11301–11308, doi:10.1016/b0-08-043076-7/03763-3 (elsevier.com [abgerufen am 30. November 2017]).
  2. Jana Volkert, Thorsten-Christian Gablonski, Sven Rabung: Prevalence of personality disorders in the general adult population in Western countries: systematic review and meta-analysis. In: The British Journal of Psychiatry. Band 213, Nr. 6, Dezember 2018, ISSN 0007-1250, S. 709–715, doi:10.1192/bjp.2018.202 (cambridge.org [abgerufen am 17. November 2025]).