Schmalz
Schmalz (von mittelhochdeutsch smalz, auch smaltz, verwandt mit „schmelzen“), auch Schmer (von mittelhochdeutsch smër, verwandt mit schmieren), ist als ausgelassenes tierisches Fett von zähflüssiger Konsistenz ein weiterverarbeitetes Schlachtfett (lateinisch früher pinguedo), vor allem von Schweinen und Gänsen, früher auch von Hühnern, Enten, Katzen und Hunden. Das Schlachtfett von Rindern hat einen höheren Schmelzpunkt und wird Talg genannt. Im weiteren Sinne wird auch Butterschmalz zum Schmalz gezählt.
- ↑ Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Herausgegeben von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 661 und 663: Schmalz (‚geschmolzenes, ausgelassenes Fett‘); schmelzen, zurückgehend auf germanisch *smeltan (‚zerfließen‘) bzw. *smaltian (‚zerfließen machen‘).
- ↑ Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Herausgegeben von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 663: Schmer: ‚Schmalz, rohes (Schweine-)Fett‘; zurückgehend auf indogermanisch *smeru- ‚Fett‘.
- ↑ Vgl. auch Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 465 zu smer/schmer (Genitiv smerbes, Dativ smerb): tierisches Fett schlechthin, nicht etwa vor allem das der Bauchhöhle (Eingeweidefett), insbesondere Schweineschmalz.
- ↑ Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 172–173 (smalz) sowie S. 117 (bërnsmalz: Bärenschmalz, ausgelassenes Fett von Ursus arctor), 124 (dahssmalz: Dachsschmalz, von Meles meles L.), 125 (eiersmalz: Fett aus dem Dotter hartgekochter Eier), 126 (entensmalz: Entenschmalz, ausgelassenes Fett von Anas domestica oder von wilden Anas species) und 145 (kroten-smalz: Krötenschmalz, von Bufonidae-Arten) sowie 140 (hüenersmalz, hundessmalz).
- ↑ Vgl. Der Swangern frawen und hebammen roszgarten.
- ↑ Vgl. Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 370–371 (Entenschmaltz: ausgelassenes Fett von Anas domestica, Entenschmalz) und 407 (Katzensmaltz und Katzenschmer: ausgelassenes Fett von Felis domestica, als „wild katzensmaltz“ von Felis silvestris) und 464 (s[ch]maltz: „ausgelassenes tierisches Fett geringerer Konsistenz“) sowie 488 (wildkatzensmaltz ‚Wildkatzenschmalz‘).