Schrotkugelfraktur

Unter einer Schrotkugelfraktur (auch Schrotkornfraktur, Hasenschrotfraktur) versteht man in der Zahnmedizin eine Längsfraktur eines Zahnes durch das ungewollte Aufbeißen auf einen kleinen starren Festkörper, demnach durch eine unnatürliche Gewalteinwirkung. Die Beißkraft, die beim Menschen normalerweise im Maximum 0,8 kN/cm² beträgt, kann sich um den Faktor 100 steigern, denn sie trifft dabei punktuell auf den Zahn auf.

Aufgrund der geringen Größe werden die kleinen Festkörper zwischen den Höckern der Krone gefangen, so dass laterale Ausdehnungen oder ein seitliches Ausweichen nicht möglich sind. Neben der Schrotkugelfraktur kann eine Zahnfraktur aber auch durch andere traumatische Einwirkungen entstehen, wie beispielsweise durch Unfälle oder Bruxismus (Zähneknirschen).

  1. Gert-Horst Schumacher: Funktionelle Morphologie der Kaumuskulatur. G. Fischer, 1961 (google.com)., S. 214.
  2. Karl Sochurek: Alternativen zum Amalgam.: Ein Leitfaden für die Praxis. Urban & Schwarzenberg, 1995, ISBN 978-3-541-17411-9 (google.com)., S. 96.
  3. Lorenz Hupfauf, David Haunfelder: Praxis der Zahnheilkunde. 6. Teilprothesen. Urban & Schwarzenberg, 1988, ISBN 978-3-541-15260-5 (google.com)., S. 19.
  1. Der Terminus Beißkraft bezeichnet keine Kraft im physikalischen Sinne, sondern einen Druck und müsste deshalb korrekterweise Beißdruck oder Kieferschließdruck heißen.