Fischerei

Die Fischerei (oder Fischereigewerbe, Fischwirtschaft) ist ein zur Urproduktion gehörender Wirtschaftssektor, der sich mit Fischfang, Fischzucht und der Nutzung anderer Wassertiere zur Weiterverarbeitung zwecks Nahrungsmittelproduktion befasst. Der traditionelle Beruf ist der Fischer, die modernen Ausbildungszweige beschreibt der Artikel Fischwirt.

Der Anteil des weltweit gefangenen Fischs, der zu Futtermitteln für andere Tiere weiter verarbeitet wird, wurde 2023 mit einem Drittel beziffert.

Dieser Artikel befasst sich in erster Linie mit der Seefischerei (Hochseefischerei und Küstenfischerei), aber auch die Binnenfischerei (dazu zählen vor allem die Fischerei in Flüssen und Seen sowie die Teichwirtschaft) und das Angeln sind Teilgebiete der Fischerei. Die Aquakultur, das Züchten von Wasserlebewesen, ist eine Sonderform der Fischerei. Fischfang und Fischzucht machen den größten Teil der Fischerei aus; ihr Agrarprodukt sind Speisefische und Schalentiere. Zur Fischerei zählt außerdem der Fang und die Zucht von wirbellosen Meerestieren, darunter Muscheln, Krabben, Garnelen und andere Krebstiere. Walfang war historisch ebenfalls sehr relevant, wird heute aber nur noch in geringem Ausmaß betrieben.

Von großer Bedeutung für eine nachhaltige Fischerei ist eine verlässliche und langfristig angelegte Fischereiforschung, wie sie in Deutschland z. B. von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei betrieben wird, die die Grundlage für ein langfristiges Fischereimanagement bildet. Nichtgewerbliche Fischerei, bei der biologische Meeresressourcen beispielsweise im Rahmen der Freizeitgestaltung, des Fremdenverkehrs oder des Sports ausgebeutet werden, wird als Freizeitfischerei bezeichnet.

  1. N. Bertrams, I. Gercama und T. Taylor: Zu klug für eine Delikatesse? In: Süddeutsche Zeitung Nr. 284 vom 9./10. Dezember 2023, S. 38–39
  2. Art. 3 lit. b der Verordnung (EU) 2020/123