Siedlungskolonie

Eine Siedlungskolonie oder eine Siedlerkolonie ist ein Gebiet außerhalb des ursprünglichen Siedlungsraums einer Gesellschaft, in dem ein Ableger dieser Gesellschaft die indigene Bevölkerung politisch beherrscht und verdrängt. Laut des britisch-australischen Historikers Patrick Wolfe unterscheidet sich der Siedlerkolonialismus kategorisch von anderen Formen des Kolonialismus durch sein Bestreben, die „Einheimischen zu eliminieren“ anstatt sie auszubeuten. Raphael Lemkin, der den Begriff Genozid prägte und persönlich vom Genozid des NS-Regimes betroffen war, beschreibt Kolonialismus als eng mit Genozid verbunden.

  1. Hermann Kinder, Werner Hilgemann: dtv-Atlas Weltgeschichte. Band 2: Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart, 5. Auflage. dtv, München 1970, S. 98.
  2. Sai Englert: Settlers, Workers, and the Logic of Accumulation by Dispossession. In: Antipode. Band 52, Nr. 6, 2020, ISSN 1467-8330, S. 1647–1666, doi:10.1111/anti.12659 (wiley.com [abgerufen am 9. September 2025]).
  3. Michael Bryant: Canaries in the Mineshaft of American Democracy: North American Settler Genocide in the Thought of Raphaël Lemkin. In: Genocide Studies and Prevention. Band 14, Nr. 1, Mai 2020, ISSN 1911-0359, S. 21–39, doi:10.5038/1911-9933.14.1.1632 (usf.edu [abgerufen am 12. September 2025]).