Slam-Poetry

Slam-Poetry (auch: Spoken Word, Spoken-Word-Poetry, Bühnendichtung, Performancepoesie o. ä.) ist eine literarische Strömung, die hinsichtlich der Gattungspoetik der Lyrik zuzuordnen ist. Obwohl charakteristische Texte verschiedentlich lyrische, epische und szenische Mittel kombinieren, werden doch mehrheitlich Verfahren der Prosodie und Metrik eingesetzt.

Diese Strömung der Dichtung ist vor allem im Umfeld von Poetry-Slam-Bühnen in die Öffentlichkeit getreten. Im Unterschied zum Begriff Poetry-Slam, der einen literarischen Vortragswettbewerb bezeichnet, ist Slam-Poetry „publikumsbezogene und live performte Literatur.“ Marc Kelly Smith, Gründer des ersten Poetry Slams und selbsternannter Slampapi, beschreibt die literarische Strömung mit den Worten:

“Slam poetry is a style of poetry that’s composed for the purpose of being performed in front of a live audience and in a competitive arena.”

„Slam-Poetry ist ein poetischer Stil, der für den Vortrag vor Publikum an einem Wettkampfschauplatz entwickelt wurde“

Marc Smith: The Complete Idiot's Guide to Slam Poetry. S. 3

Entgegen der Meinung einiger Slam-Poeten äußert sich der Literaturwissenschaftler Mario Andreotti:

„Slam-Poetry ist grundsätzlich alles, was bei einem Poetry-Slam vorgetragen, performt wird.“

Mario Andreotti: Die Struktur der modernen Literatur. S. 361

Andere literarische Kurzformen wie Erzählung, Satire oder Parodie, die auf Poetry-Slams performt werden, sind der Gattung Epik zuzurechnen.

  1. vgl. Katja Baigger: Mörike reloaded – Poeten des Alltags für die Massen. In: NZZ. 29. April 2008, (nzz.ch), sowie: Petra Anders: Poetry Slam im Deutschunterricht, Kap. 1.2.4: Slam Poetry als Gegenwartsliteratur. S. 73ff.
  2. Boris Preckwitz: Spoken Word & Poetry Slam. 2002, S. 31.
  3. Bas Böttcher: Mit dem heute leider vielfach auf Poetry-Slams gehörten Genre der Comedy hat Slam-Poetry nicht viel gemeinsam. In: www.basboettcher.de. Abgerufen am 19. April 2016.