Solequelle

Eine Solequelle, auch als Solquelle oder Salzquelle bezeichnet, ist eine natürliche Quelle, deren Wasser einen natürlichen Salzgehalt von mindestens 10 g/l aufweist. Solequellen sind heute meist als Geotope ausgewiesen und wurden regional schon in der späten Eisenzeit zu balneologischen Zwecken und lokal bereits in der Jungsteinzeit (Halle a. d. Saale) zur Salzgewinnung genutzt. Natürliche Solequellen finden sich oft im Dachbereich von Salzstöcken, im Ausstrich salinarer Gesteinsfolgen sowie von tektonischen Verwerfungen, die mit solchen Salinarfolgen in Verbindung stehen.

Gelegentlich werden vor allem in der balneologischen Literatur und auch im Zusammenhang mit historischen Orten der Salzgewinnung durch Tiefbohrungen hergestellte Solebrunnen fälschlicherweise ebenfalls als „Solequellen“ bezeichnet. Anders als bei Solequellen quillt bei Solebrunnen die Sole aber nicht natürlich aus dem Erdboden hervor, sondern wird künstlich durch Pumpen zutage gefördert. Die Sole aus künstlichen Brunnen wird prinzipiell zu denselben Zwecken wie die aus natürlichen Quellen genutzt.

  1. In der balneologischen Literatur werden als Solen angesehen: „Wässer, die in 1 Liter mindestens 5,5 g Natrium- und 8,5 g Chlorid-Ionen (entsprechend 240 mmol/l Natrium- bzw. Chlorid-Ionen) [...] führen. Neuerdings wird angestrebt, nur solche Wässer als Sole zu bezeichnen, die mehr als 8,5 g/l Chlorid enthalten, unabhängig vom zugehörigen Kationen-Gehalt.“ Aus: Gert Michel: Naturwissenschaftliche Begriffsbestimmungen natürlicher ortsgebundener Heilmittel. In: Werner Käß, Hanna Käß (Hrsg.): Deutsches Bäderbuch. Stuttgart 2008, ISBN 978-3-510-65241-9, S. 44.
  1. Ad-hoc-AG Geotopschutz: Arbeitsanleitung Geotopschutz in Deutschland – Leitfaden der Geologischen Dienste der Länder der Bundesrepublik Deutschland. Angewandte Landschaftsökologie. Bd. 9, 1996, Glossar
  2. Schlagwort Hallesche Störung in: Dietrich Franke: Regionalgeologie Ost. Geologisches Online-Nachschlagewerk für Ostdeutschland mit rund 2500-seitigem Lexikonteil (PDF; 19 MB) und separat downloadbaren Karten und Tabellen
  3. Werner Käß, Hanna Käß (Hrsg.): Deutsches Bäderbuch, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-510-65241-9