Sonnenstand
Der Sonnenstand ist die Position der Sonne am Himmel über einem Beobachtungsort auf vorgegebener geographischer Breite und wird mit dem Höhenwinkel und dem Azimutalwinkel im Astronomischen Horizontsystem angegeben. Er verändert sich über den Tag infolge der Erdrotation und über das Jahr infolge des Erdumlaufs um die Sonne.
Im zur Darstellung benutzten Sonnenstandsdiagramm (i. d. R. ein x-y-Achsendiagramm) ist die Höhe über dem Azimut aufgetragen. Diagramm-Parameter sind einige Werte der wahren Ortszeit auf Stundenlinien und des Jahresdatums auf Deklinationslinien.
Die tägliche Veränderung des Sonnenstandes (Tageslauf der Sonne) wird durch drei markante Punkte charakterisiert: Sonnenaufgang (in Mitteleuropa zwischen Nordost und Südost), mittäglicher Höchststand (im Süden) und Sonnenuntergang (zwischen Nordwest und Südwest). Morgens bzw. abends spricht man von tief stehender Sonne, um die Mittagszeit (insbesondere im Sommerhalbjahr) von hohem Sonnenstand. Der Unterschied zwischen Winter und Sommer prägte die Begriffe niedrige beziehungsweise hohe Sonnenbahn. Für Orte mit gleicher geographischer Breite gilt bei Verwendung der örtlichen Sonnenzeit (wahre Ortszeit) als Tageszeitparameter das gleiche Sonnenstandsdiagramm.
Bei einer Sonnenuhr entsteht statt eines Achsendiagramms ein optisches Bild (darstellende Geometrie: gnomonische Projektion) des Sonnenstands. Sein Zifferblatt enthält für den Zweck als Zeitmessgerät ebenfalls Kurvenscharen für bestimmte äquatoriale Koordinaten, auch in Form von Tagesstunden bzw. Jahresdaten.