Sozialfaschismusthese
Die Sozialfaschismusthese (weniger häufig auch Sozialfaschismustheorie) ist eine vom sowjetischen marxistischen Vorsitzenden der Kommunistischen Internationalen Grigori Sinowjew und Josef Stalin 1924 entwickelte These, die bis 1935 von der Komintern und ihren kommunistischen Mitgliedsparteien verfolgt wurde. Demnach waren sowohl die bürgerliche Demokratie (wie etwa die der Weimarer Republik) als auch der Faschismus jeweils politische Ausprägungen des Kapitalismus. Weil die Sozialdemokratie die bürgerliche Demokratie verteidigte und stützte, wurde ihr Verwandtschaft mit dem Faschismus unterstellt, sie wurden daher zu Sozialfaschisten erklärt. Dies verhinderte eine entschiedene Zusammenarbeit von KPD und SPD gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Zwei Jahre nach der Machtergreifung der NSDAP verwarf die Komintern die Sozialfaschismusthese 1935 und strebte nun eine Volksfront aus Kommunisten, Gewerkschaften, Sozialdemokratie und linkem Bürgertum an.