Axiale Spondyloarthritis

Klassifikation nach ICD-11
FA92.0 Axiale Spondyloarthritis
ICD-11: EnglischDeutsch (Vorabversion)

Die axiale Spondyloarthritis (axSpA) ist eine chronisch entzündlich-rheumatische Erkrankung aus der Gruppe der Spondyloarthritiden, die vorwiegend die Wirbelsäule (Lenden- und Brustwirbelsäule) und die Iliosakralgelenke betrifft und typischerweise mit entzündlichen Rückenschmerzen, Bewegungseinschränkung und im Verlauf möglicher Versteifung dieser Gelenke einhergeht.

Man unterscheidet zwei Verlaufsformen der axialen Spondyloarthritis:

  • die röntgenologische axiale Spondyloarthritis (r-axSpA), die der klassischen Spondylitis ankylosans (von altgriechisch σπόνδυλος spóndylos „Wirbel“ und ἄγκυλος ánkylos „gebogen, gebeugt“; latinisiert zu Spondylitis ankylosans „verbiegende/versteifende Wirbelentzündung“) – auch ankylosierende Spondylitis (AS) oder im deutschsprachigen Raum Morbus Bechterew – entspricht und durch im Röntgen nachweisbare strukturelle Veränderungen gekennzeichnet ist, sowie
  • die nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis (nr-axSpA), bei der entzündliche Veränderungen klinisch und insbesondere mittels Magnetresonanztomographie (MRT) nachweisbar sind, ohne dass bereits radiographische Veränderungen im konventionellen Röntgen bestehen. Diese Form kann frühe Stadien der Erkrankung umfassen.

Beide Formen werden als unterschiedliche Manifestationen desselben Krankheitskontinuums verstanden. Neben der Beteiligung der Wirbelsäule können auch andere Organe betroffen sein. Diese nennt man extraartikuläre Manifestationen und verursachen beispielsweise eine Entzündung der Augen (anteriore Uveitis) oder anderer Organe.

Unbehandelt kann die Erkrankung progredient verlaufen und zu strukturellen Veränderungen der Wirbelsäule sowie damit verbundenen zunehmenden Bewegungseinschränkungen führen. Die axSpA ist bislang nicht heilbar, kann jedoch durch medikamentöse und nichtmedikamentöse Maßnahmen gut kontrolliert werden.