St-Sulpice (Paris)

Saint-Sulpice ist eine katholische Pfarrkirche im Pariser Stadtteil Quartier de l’Odéon (im 6. Arrondissement). Sie ist dem heiligen Sulpicius II. von Bourges als Namenspatron geweiht.

Die Kirche hat eine Länge von 118 m und eine Breite von 57 m. Mit diesen Maßen ist sie nur wenig kürzer als die Kathedrale Notre Dame de Paris und damit die zweitgrößte Kirche der Stadt. Unter den Kirchenschiffen befinden sich diverse Krypten, deren Grundflächen zusammen fast genauso groß sind wie die Grundfläche der Kirche selbst. Franz Grillparzer hat sie als „nach Notre Dame die schönste Kirche von Paris“ bezeichnet.

Aus der Verwandtschaft von König Ludwig XIV. wurden z. B. Louise Élisabeth d’Orléans und ihr Halbbruder Louis Charles de Saint-Albin in der Krypta der Kirche bestattet. Saint-Sulpice wurde auch von einigen anderen der größten Adelsfamilien Frankreichs (darunter die Familien Condé, Conti und Luynes) zur Grabstätte auserkoren. Dort ist auch der Komponist und langjährige Organist von St. Sulpice, Charles Marie Widor, bestattet. Berühmte Persönlichkeiten wurden in der Kirche getauft wie der Marquis de Sade, Amalie Zephyrine von Salm-Kyrburg und Charles Baudelaire oder heirateten dort, so z. B. Victor Hugo und Heinrich Heine.

Aus dem Priesterseminar St. Sulpice sind bedeutende Persönlichkeiten wie z. B. Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord hervorgegangen.

Die Hauptorgel der Kirche, weltweit berühmt und ein weitgehend im Originalzustand erhaltenes Meisterwerk von François-Henri Clicquot und Aristide Cavaillé-Coll, war zur Zeit ihrer Entstehung eine der größten Europas und wurde bzw. wird von berühmten Musikern gespielt.

  1. Grillparzer's sämmtliche Werke.10. Darin: Tagebuch aus dem Jahr 1826 (Reise nach Paris und London), S. 336