St.-Anna-Orden (Bayern)

Der Sankt-Anna-Orden wurde am 19. September 1783 von Maria Anna von Sachsen, der Witwe des verstorbenen Kurfürsten Maximilian III. Joseph von Bayern, für unverheiratete adlige Katholikinnen des Kurfürstentums Bayern gestiftet. Als Dotation erhielt der Orden das zuvor aufgehobene Kloster Osterhofen. Zum Damenstift wurde das ehemalige Salesianerinnenkloster in München bestimmt. Um in den Orden aufgenommen zu werden, mussten die Bewerberinnen mindestens fünfzehn Jahre alt sein und sechzehn adelige Ahnen nachweisen können.

1802 schaffte Maximilian IV. Joseph gemeinsame Wohnung und Emolumente ab, so dass das Damenstift faktisch säkularisiert und der Orden zu einem reinen Damenorden zur Versorgung adliger Mädchen und Frauen wurde, ähnlich dem später gestifteten Theresienorden. Die bestehenden zehn Präbenden wurden auf je 1000 Gulden festgesetzt und acht weitere zu je 500 Gulden geschaffen, darunter sechs für Töchter nichtadeliger Offiziere und Beamte. Für die übrigen Damen wurde die Zahl der nachzuweisenden Ahnen auf acht reduziert.

1803 wurde dem Orden auch das Damenstift Würzburg übertragen und daraus vier Präbenden I. Klasse für Adlige zu 800 und acht Präbenden II. Klasse zu 400 Gulden für Töchter von Beamten im säkularisierten Fürstentum Würzburg geschaffen. Ab dem 28. November 1808 konnten auch evangelische Damen, ab 1841 auch Ausländerinnen aufgenommen werden.

1825 wurde die Höhe der Präbenden auf 800 bzw. 400 Gulden und das Eintrittsalter auf zwölf Jahre gesenkt. Später wurde die Damenzahl auf 25 (Präbenden I. Klasse) und 42 (Präbenden II. Klasse) erhöht.

1874 zählte der Orden 420 Stiftsdamen, davon 50 in Würzburg und 248 Ehrendamen ohne Präbende.

  1. Die Ritter-Orden, Ehren-Verdienst-Zeichen, sowie die Orden adeliger Damen im Königreiche Bayern. 1838, S. 139, abgerufen am 5. Dezember 2022.
  2. Gustav Adolph Ackermann: Ordensbuch sämmtlicher in Europa blühender und erloschener Orden und Ehrenzeichen. Rudolph & Dieterici, 1855 (google.at [abgerufen am 5. Dezember 2022]).
  3. Gustav Knussert: Orden, Ehren- und Verdienstzeichen, Denk- und Dienstalterszeichen in Bayern. Franz, 1877, S. 184 (google.com [abgerufen am 16. August 2023]).