Backofenstein

Backofensteine sind natürliche Steine, die zum Bau von Backöfen verwendet werden. Zum Steinofenbau sind nur spezielle feuerfeste Gesteine wie Trachyte, vulkanische Tuffe und Schlackenagglomerate geeignet.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Fertigung künstlicher Schamottsteine begann, war man nicht mehr auf die Verwendung von geeignetem Naturstein angewiesen. Heute gibt es nur noch wenige Handwerker, die natürliche Backofensteine verarbeiten. Der Beruf der Backofenbauer ist im handwerklichen Beruf der Ofen- und Luftheizungsbauer aufgegangen, die heute überwiegend Kachel- und Kaminöfen errichten.

Backofensteine wurden von Steinmetzen, Steinhauern und Maurern verarbeitet. Sie wurden früher in den Orten um die jeweiligen Steinbrüche konfektioniert. Das bedeutendste Zentrum lag in der Vulkaneifel in dem kleinen Ort Bell (bei Mendig). Backofensteine wurden auch in Gershasen bei Westerburg, im Westerwald und in Königswinter im Siebengebirge sowie bei Pelm gefertigt.

Die historischen steinernen Backöfen werden heute gelegentlich als Altdeutsche Backöfen und das darin gebackene Brot als Steinofenbrot bezeichnet. Als Naturbaustoffe neben den Backofensteinen wurden für Backöfen Lehm (Backofenlehm) oder Ziegel verwendet.

  1. Thea Merkelbach: Backofensteinbrüche im Kreis Daun. In: Heimatjahrbuch 2007. Landkreis Vulkaneifel, abgerufen am 9. April 2019.