Sudetendeutsche
Sudetendeutsche ist eine alternative Bezeichnung der Deutschböhmen, Deutschmährer und Deutschschlesier. Sie wurde 1902/03 vom Publizisten Franz Jesser für die deutschsprachige Bevölkerung in den Ländern der böhmischen Krone geprägt. Der Begriff setzte sich rasch durch, nachdem diese nach dem Ersten Weltkrieg und durch den Vertrag von Saint-Germain 1920 zu Bürgern der Tschechoslowakei geworden waren und deren Behörden die Verwendung der Begriffe „Deutschböhmen“, „Deutschmährer“ und „Deutschschlesier“ untersagten. Sudetendeutsche wurde nun zum politischen Sammelbegriff für alle im deutschen Sprachraum der böhmischen, mährischen und schlesischen Grenzgebiete der Tschechoslowakei lebenden Deutschen. Seit 1945 ist der Begriff auch mit den aus der Tschechoslowakei vertriebenen Deutschen und mit ihren Interessenverbänden Sudetendeutsche Landsmannschaft in Deutschland bzw. in Österreich verbunden.
- ↑ Friedrich Prinz: Böhmen und Mähren. Deutsche Geschichte im Osten Europas. Siedler, Berlin 1993, ISBN 3-88680-202-7.