Systemphilosoph

Ein Systemphilosoph wird im Allgemeinen ein Philosoph genannt, dessen Denken von ihm selbst in ein (mehr oder minder kohärentes) System gebracht wurde. Nicht zu den Systemphilosophen werden Philosophen und Denker gerichtet, deren Grundgedanken von ihren Anhängern erst nach ihrem Tod systematisiert wurden (z. B. bei Platon => Aristoteles; bei Marx und Engels => Franz Mehring, Karl Kautsky, Antonio Labriola und Georgi W. Plechanow usw.) und zu einer einheitlichen Lehre systematisiert wurden. Das Denkgebäude vieler Philosophen und Denker wurde von ihren Schülern oder Anhängern (auch späteren) erst später zusammengefasst.

  1. Der Philosoph Karl Popper beschuldigt Hegel und Marx in seinem Werk Die offene Gesellschaft und ihre Feinde über den Totalitarismus, sie hätten sich der philosophischen Sünde des „Historizismus“ schuldig gemacht, weil sie sich zur Untermauerung ihrer politischen Philosophien darauf stützten (Alan Haworth: ‘The Open Society’ Revisited, Issue 38, Philosophy Now).
  2. Die allerwenigsten jedoch wurden dadurch zu Systemphilosophen. - Über das Denken vieler alter Meister (chinesisch , Pinyin ) der chinesischen Philosophie beispielsweise ist man erst aus späteren Zusammenstellungen informiert, darunter so namhafte wie das Lunyu (Gespräche des Konfuzius) oder das Zhuangzi – ohne dass Zhuang Zhou (Zhuangzi) oder Konfuzius (Kongzi) dadurch zu Systemphilosophen würden.