Christentum in der Türkei
Das Christentum verbreitete sich vor fast 2000 Jahren im Gebiet der heutigen Türkei. In den letzten 900 Jahren hat sich das zuvor fast ausschließlich von Christen besiedelte Gebiet nach Jahrhunderten des Zusammenlebens beider Religionen zu einem fast ausschließlich von Muslimen bewohnten Gebiet gewandelt.
Aufgrund historischer Belastungen wie des Völkermords an den Armeniern und Assyrern (auch bekannt als Aramäer oder Chaldäer) sowie der Vertreibung der Griechen machen sie heute als religiöse Minderheit nur noch 0,2 % der Bevölkerung aus. Vor allem der Völkermord an den Armeniern hatte sich in dem kollektiven Gedächtnis der Christen derart verfestigt, dass dieser Genozid der entscheidende Auslöser für viele Christen war, aus der Türkei zu flüchten.
Insgesamt leben noch etwa 100.000 Christen in der Türkei, andere Quellen geben etwa 170.000 an. Rund 85 % leben in der Region um Istanbul, wo die Christen vor allem der armenischen Gemeinde angehören.
- ↑ Svante Lundgren: Die Assyrer von Ninive bis Gütersloh. LIT Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-643-13256-7, S. 176.
- ↑ Christoph Leonhardt: Der levantinische Krieg: Die islamistische Bedrohung und die Re-definierung politischer Allianzen im Libanon. Eine kritische Analyse zur Positionierung interviewter Rum- und Syrisch-Orthodoxer Christen. In: Martin Tamcke (Hrsg.): Das ist mehr als ein Beitrag zur Völkerverständigung. Zur Geschichte und Rezeption des Völkermordes an den Armeniern (= Göttinger Orientforschungen I.: Syriaca Band 52). Harrassowitz, Wiesbaden 2016, S. 185–232.
- ↑ Länderprofil Türkei 2022. In: opendoors.de. Abgerufen am 13. Juli 2022.
- ↑ Oehring: Gutachterliche Stellungnahme. (PDF; 1,2 MB) 6. April 2008, S. 66, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 12. Januar 2012; abgerufen am 21. Juli 2013.