Taha Dschabir al-Alwani

Taha Dschabir al-Alwani (arabisch طه جابر العلواني, DMG Ṭāhā Ǧābir al-ʿAlwānī; geb. 1935 in Falludscha, Irak; gest. 4. März 2016 in den USA, oft in der Schreibung Taha Jabir Alalwani) war ein islamischer Rechtsgelehrter, einflussreicher Intellektueller und Ideologe, der als einer der wichtigsten Denker in der muslimischen Welt von heute gilt. Seit den 1980er Jahren wirkte er von den Vereinigten Staaten aus. Er schrieb über die Islamisierung des Wissens, die Notwendigkeit des idschtihād, und gilt als „Pionier“ des Konzeptes des Fiqh al-aqallīyāt (Islamisches Minderheitenrecht), zusammen mit Yusuf al-Qaradawi, dem Mitgründer und Vorsitzenden des Europäischen Rates für Fatwa und Forschung (ECFR).

Al-Alwani war Präsident der islamischen Cordoba University in Ashburn, Virginia (Dekan der Graduate School of Islamic and Social Sciences ebenda) und Gründer und ehemaliger Vorsitzender des Fiqh-Rat von Nordamerika (FCNA). Seit 1987 war er Mitglied der Islamischen Fiqh-Akademie der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Dschidda (Saudi-Arabien).

  1. vgl. z. B. S. F. Hassan, S. 98 (Online-Teilansicht).
  2. D.h. der Jurisprudenz islamischer Minderheiten (fiqh al-aqalliyyāt). - Vgl. Jörg Schlabach: Scharia im Westen: Muslime unter nicht-islamischer Herrschaft und die Entwicklung eines muslimischen Minderheitenrechts für Europa. 2009 (Online-Teilansicht)
  3. Die Cordoba University bildet an der ihm angeschlossenen Graduate School of Islamic and Social Sciences (GSISS) muslimische Militärseelsorger (military chaplain) für das amerikanische Militär aus. – Vgl. dazu das United States: Arab Lobby in the United States Handbook: Organization, Operations, Performance. 2015 Edition International Business Publications, USA; ISBN 1-4387-0226-4, S. 88 (Online-Teilansicht)
  4. Fiqh Council of North America, Abk. FCNA