Vajrayana
Vajrayana (Sanskrit वज्रयान vajrayāna („diamantenes Fahrzeug“); tibetisch Dorje Thegpa), auch Mantrayana („Mantrafahrzeug“), Tantrayāna („Tantrafahrzeug“) oder tantrischer Buddhismus ist eine ab dem 4. Jahrhundert in Indien aus dem Mahayana entstandene Strömung des Buddhismus, die heute häufig als eigenständige dritte Strömung des Buddhismus gezählt wird. Tantrischer Buddhismus ist ein Sammelbegriff für verschiedene nichtasketische buddhistische Praxispfade des „Großen Fahrzeugs“, die sich von den etablierten Wegen durch die Einbeziehung der Sexualität und anderer „Wurzeln des Unheilsamen“ auszeichnen. Zentrale Elemente sind die Guru-Schüler-Beziehung, komplexe Rituale und Einweihungen, mit denen Lehren, Praktiken und Befugnisse übertragen werden. Diese Schule des späten Buddhismus prägte insbesondere die buddhistischen Traditionen des Hochlands von Tibet (siehe auch Lamaismus) und ist heute die jeweils wichtigste Strömung des Buddhismus in Tibet, des Buddhismus in der Mongolei, des Buddhismus in Bhutan, des Buddhismus in Nepal, des Buddhismus in Russland sowie im nördlichen Indien. In geringerem Maße fand der Vajrayana auch Verbreitung im chinesischen und im japanischen Buddhismus.
- ↑ Timeline of Buddhist History: Major Events. In: buddhanet.net. Abgerufen am 2. Februar 2022 (englisch).
- ↑ Hans-Günter Wagner: Morgenlicht über dem Abendland. Der Buddhismus im Westen zwischen Vernunftreligion und Guru-Kult. Matthes&Seitz, Berlin 2026, ISBN 978-3-7518-0368-7, S. 237.