Tanz

Tanz (von altfranzösisch danse; Plural: Tänze) bezeichnet in der Regel die Umsetzung von (zumeist musikalischen) Schallreizen in Bewegung. Tanzen hat in den menschlichen Gesellschaften viele soziale Funktionen, kann aber auch Selbstzweck oder Zeitvertreib sein.

Tanz ist Bestandteil von Ritualen und Bräuchen, eine darstellende Kunstgattung, eine Sportart, eine Therapieform, eine Form sozialer Interaktion oder eine individuelle Gefühlsäußerung und in spezialisierten Gesellschaften auch Grundlage einer Berufstätigkeit.

Ritualisiertes Tanzen drückt Zusammengehörigkeit und Emotionen aus und kann als festlicher Initiationsritus die Aufnahme neuer Mitglieder in eine Gemeinschaft begleiten, etwa wenn junge Mädchen beim Debütantinnenball der Gesellschaft vorgestellt werden oder wenn Schüler beim Abschlussball eine bestandene Prüfung feiern. Vor religiösem Hintergrund werden mit Tanzritualen Götter geehrt oder um Beistand gebeten, während böse Geister abgewehrt oder vertrieben werden.

Tanzen als Sport fördert Muskelaufbau, Motorik, Koordination und Gleichgewichtssinn. Das Erlernen, Planen und Umsetzen komplexer Bewegungsabläufe kann das Selbstvertrauen stärken und ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper entwickeln.

Als Kunstform dient Tanzen dazu, Gefühle und Handlungen bildlich darzustellen. Mimik, Gestik und ganzkörperliche Tanzbewegungen bilden zusammen mit Musik das Arbeitsmaterial des künstlerischen Tanzes, der dem Zuschauer Eleganz und Ausdruckskraft des menschlichen Körpers vor Augen führen will.

  1. Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Hrsg. von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 769.