Tatzlagerantrieb

Der Tatzlagerantrieb, auch als Antrieb durch Tatzlagerfahrmotor, Tatzlagermotor oder Vorgelegeachsmotor (Englisch: axle-hung or nose-suspended motor) bekannt, ist eine Form des elektrischen Einzelachsantriebs von Triebfahrzeugen. Seine Besonderheit ist, dass der Fahrmotor zusammen mit dem ihm verbundenen Stirnradgetriebe teilweise über Tatzlager auf einem Treibradsatz des Fahrzeuges und teilweise auf den gefederten Rahmen des Fahrzeugs abstützt. Das Ritzel des Fahrmotors treibt ein auf der Treibradsatzwelle aufgebrachtes Großrad an. Die große ungefederte Masse des Tatzlagerantriebs wirkt sich ungünstig auf den Oberbau und das Fahrzeug aus.

Beim abgefederten Tatzlagerantrieb oder Schwebemotor ist die teilweise Abstützung der Motor-Getriebeeinheit über Tatzlager auf der Treibradsatzwelle abgefedert gestaltet, wodurch sich die ungefederten Massen verringern. Die Tatzen stützen sich auf eine zwischengefügte Hohlwelle und diese über zwischengefügte Gummiringe an den Radscheiben ab. Ebenfalls ist das Großrad nicht direkt auf der Radsatzwelle, sondern auf der Hohlwelle aufgebracht. Dabei ist der Federweg zwischen der Hohlwelle und der Radsatzwelle nur etwa ein Drittel des Radsatzfederwegs.

Weitere Formen des Antriebs von Triebfahrzeugen sind die Achsmotorantriebe und die Gestellmotorantriebe, welche sich in der Ausführung der Fahrmotoraufhängung unterscheiden.

  1. 1 2 Karl Sachs: Elektrische Triebfahrzeuge. Ein Handbuch für die Praxis sowie für Studierende. Hrsg.: Schweizerischer Elektrotechnischer Verein. 2. Auflage. Springer-Verlag Wien, 1973, S. 385 bis 413.
  2. Union Internationale des Chemins de Fer: UIC Railway Dictionary, 2016, ISBN 978-2-7461-2458-5
  3. Helmut Bendel u. a.: Die elektrische Lokomotive, Seite 306
  4. Tatzmotorenantrieb. In: Lexikon Eisenbahn. 6., bearbeitete und ergänzte Auflage. transpress, Berlin, S. 770.
  5. Helmut Bendel u. a.: Die elektrische Lokomotive, Seite 315