Thallus

Der Thallus (Plural Thalli; altgriechisch θαλλός thallós „Jungspross, Zweig“), zu Deutsch auch „Lager“, ist der Vegetationskörper von Pflanzen, Pilzen und anderen mehrzelligen Lebewesen, der nicht in Sprossachse, Wurzel und Blatt unterteilt ist, der aber dazu analoge Strukturen ausbilden kann (konvergente Evolution). Der Thallus kann nur negativ definiert werden als „vielzelliger oder polyenergider Vegetationskörper, der nicht die typische Gliederung eines Kormus aufweist“. Die Bezeichnung für Lebewesen mit Thallus ist Thallophyt, auch wenn der Organismus keine Pflanze ist.

Bei Pflanzen ist der Thallus die Organisationsstufe unterhalb des Kormus. Zu den Pflanzen mit Thallus zählen die Moose. Durch die Bildung von Stämmchen (Cauloid) und Blättchen haben die Laubmoose zwar eine Sonderstellung, sind aber dennoch Thallophyten.

Ebenfalls über einen Thallus verfügen einige Algengruppen wie die Tange, und viele Vertreter der Pilze sowie die Flechten. Insbesondere die nicht näher mit den Pflanzen verwandten Braunalgen verfügen über einen stark differenzierten Thallus, der Haftorgane (Rhizoide), einen „Stängel“ (Cauloid) und blattähnliche Strukturen (Phylloide) ausbildet.

Der Begriff Thallus wurde 1803 von Erik Acharius für Flechten eingeführt. Er leitet sich vom griech. θαλλός thallos „sprossender Zweig“ (von θάλλειν „grünen, wachsen, blühen“) ab. Rasch wurde der Begriff auf andere Gruppen übertragen.

  1. Strasburger, 2002, S. 210.