Thomas Cromwell, 1. Earl of Essex

Thomas Cromwell, 1. Earl of Essex (* um 1485 in Putney, London; † 28. Juli 1540 in London) war ein englischer Staatsmann, der unter König Heinrich VIII. aus einfachen Anfängen zum Lordsiegelbewahrer aufstieg und die Politik des Landes über ein Jahrzehnt maßgeblich mitbestimmte. Er gilt als Architekt der englischen Reformation und als Schöpfer des britischen Verfassungsgrundsatzes, wonach der King-in-Parliament Träger der staatlichen Souveränität ist.

Cromwell modernisierte die Verwaltung des Landes, betrieb die Auflösung der englischen Klöster und ihre Enteignung zugunsten der Krone und stärkte die Autorität des Königs, insbesondere im Norden Englands. Auch in Irland begann zu seiner Zeit die Kirchenreform, und er hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Wales durch entsprechende Gesetze endgültig an England angegliedert wurde. Zu seinen bedeutenden wirtschaftlichen Reformen in den 1530er Jahren gehörte die Förderung von Produktion und Export englischer Wollstoffe. 1533 brachte er den Buggery Act ins Parlament ein, der Homosexualität, Analverkehr und Sodomie mit der Todesstrafe bedrohte und bis 1828 in Kraft blieb. 1540 fiel er beim König in Ungnade. Er wurde des Hochverrats und der Ketzerei beschuldigt und hingerichtet.