Traganth

Traganth (auch Tragant, Tragakant, Tragantgummi, Gummitragant) ist ein Gummi bzw. ein natürliches Polysaccharid. Es besteht aus dem nach dem Einritzen von Stämmen und Zweigen austretenden und eintrocknenden Pflanzensaft von strauchigen Vertretern der Schmetterlingsblütler-Gattung Tragant (Astragalus) wie Astragalus gummifer, Astragalus bustillosii , Astragalus tragacantha und Astragalus creticus (synonym Tragacantha cretica) sowie von Astracantha adscendens, Astracantha microcephala, Astracantha kurdica und Astracantha strobilifera (früher Astragalus strobiliferus), die vormals zur Gattung Astragalus gehörten.

Der Name Traganth, aus lateinisch tragacanthum (auch dragagantum), tragacantha, laut Zekert der Gummisaft verschiedener Astragalusarten, von griechisch tragákantha, ‚Bockshorn‘, setzt sich aus altgriechisch τράγος (trágos; Ziegenbock) und ἄκᾰνθος (ákanthos, lateinisch „acanthus“, „Dornblume“, von ákantha, Stachel, Dorn) zusammen; er bezieht sich auf die dornigen Pflanzen und die ziegenbockhörnigen Gummi-Ausscheidungen.

Ein ähnliches Gummi, Karaya (Indischer Traganth), das von Arten aus der Gattung der Stinkbäume (Sterculia spp.) produziert wird, findet ebenso wie Kutira-Gummi, das von dem Schneckensamenbaum (Cochlospermum religiosum Syn.: Cochlospermum gossypium) abgeschieden wird, oft als Surrogat Verwendung. Falschen Traganth oder Pseudotraganth liefert auch z. B. Albizia adianthifolia und Moringa oleifera.

  1. G. A. Buchheister, Georg Ottersbach: Handbuch der Drogisten-Praxis. 16. Auflage, Springer, 1949, ISBN 978-3-642-49131-3 (Reprint), S. 334–338.
  2. Vgl. www.species.wikimedia.org.
  3. Vgl. www.pfaf.org.
  4. Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 157 (Tragacantha).
  5. Vgl. auch Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 366 (Dragant, auch tragant: Harz von Astragalus species, besonders von Astragalus strobiliferus Royle und Astragalus creticus Lam., […]).
  6. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Birkhäuser, 1976, ISBN 978-3-0348-7651-3 (Reprint), S. 367.
  7. Alois Walde: Lateinisches etymologisches Wörterbuch. 3. Auflage, besorgt von Johann Baptist Hofmann, 3 Bände, Heidelberg 1938–1965, Band 2, S. 697.
  8. Amos Nussinovitch: Plant Gum Exudates of the World. CRC Press, 2010, ISBN 978-1-4200-5224-4, S. 227.
  9. E. F. Anthon: Handwörterbuch der chemisch-pharmazeutischen, technisch-chemischen und pharmakognostischen Nomenklaturen. Zweite Auflage, Schrag, 1861, S. 149.