Trickle-down-Ökonomie

Die Trickle-down-Ökonomie (von englisch trickle down ‚nach unten rieseln‘; auch Trickle-Down-Theorie genannt) beschreibt die Überzeugung, dass der Wohlstand der Reichsten einer Gesellschaft nach und nach durch Konsum und Investitionen in die unteren Schichten der Gesellschaft durchrieseln und so zu Wirtschaftswachstum führen würde, von dem dann alle profitieren (Trickle-down-Effekt). Sie wird auch bezeichnet als Pferd-und-Spatz-Ökonomie (englisch Horse and Sparrow Economics) oder Pferdeäpfel-Theorie. Eine daraus abgeleitete Kernforderung der Anhänger dieser Überzeugung ist die finanzielle Entlastung der Wohlhabenden durch Steuersenkungen.

Die Bezeichnung Trickle down entstammt einem Scherz des US-amerikanischen Komikers Will Rogers. Der Ausdruck Trickle down theory wurde anlässlich einer Rede von David Stockman geprägt, Ronald Reagans Chefberater in Haushaltsfragen. Er setzte Angebotspolitik mit trickle down gleich. Obwohl das Konzept als „Theorie“ bekannt ist, handelt es sich nicht um eine Theorie im engeren Sinne aus den Wirtschaftswissenschaften, sondern um einen Begriff aus der wirtschaftspolitischen Praxis. Der dazugehörige Begriff Trickle-down-Ökonomie ist ein informeller Sammelbegriff für bestimmte wirtschaftspolitische Maßnahmen.

Diese Maßnahmen, die sich der Angebotspolitik zurechnen lassen, werden in der jüngeren Vergangenheit von Kritikern oft als Trickle-down-Ökonomie bezeichnet. Den Befürwortern von Angebotspolitik wird oft nachgesagt, diese Maßnahmen mit der Trickle-down-Theorie zu begründen. Befürworter von angebotspolitischen Maßnahmen hingegen lehnen den Begriff heute ab. Sie sind der Meinung, bei der Trickle-down-Theorie handele es sich lediglich um ein Strohmann-Argument, das nicht ihren tatsächlichen Überzeugungen entspreche. Es werde inzwischen ausschließlich von Kritikern verwendet, um Angebotspolitik zu karikieren.

  1. TRANSLATE in English, Spanish, French and more with Cambridge. Abgerufen am 15. November 2021 (englisch).
  2. Hans-Ernst Schiller: „Gerechtigkeit ist Gleichheit“. In: Christine Brinkmann, Reinhold Knopp (Hg.): „Gerechtigkeit- auf der Spur gesellschaftlicher Teilhabe: Betrachtungen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen“. Band 10 von Transfer aus den Sozial- und Kulturwissenschaften, Frank & Timme GmbH, 2009, ISBN 3-86596-223-8, S. 50.
  3. The wealth that failed to trickle down: The rich do get richer while poor stay poor, report suggests. In: independent.co.uk. The Independent, 19. Januar 2015, abgerufen am 3. Januar 2018 (englisch).
  4. 1 2 Thomas Sowell: Why attack 'trickle-down economics?' It doesn't exist - and never has done | The Spectator. Abgerufen am 4. August 2022 (englisch).
  5. Why are we still pretending 'trickle-down' economics work? | Morris Pearl. 13. Juni 2019, abgerufen am 4. August 2022 (englisch).
  6. There is no such thing as ‘Trickle-Down Economics’. 26. September 2016, abgerufen am 25. August 2022 (britisches Englisch).
  7. Forget trickle-down: In a free market, the rich don’t gain at the poor’s expense. 6. Juli 2016, abgerufen am 25. August 2022 (britisches Englisch).