Turkmenischer Teppich

Turkmenische Teppiche, auch afghanische Teppiche genannt, gehören zur Gruppe der Orientteppiche, und werden von turkmenischen Stämmen hergestellt, die im Gebiet zwischen dem Amudarja-Fluss, Kaspischem Meer, Aralsee und im Grenzgebiet zwischen den modernen Staaten Iran und Afghanistan leben. Traditionell knüpfen sie Teppiche und kleinformatige Knüpfgewebe in unterschiedlichen Größen wie Hauptteppiche (Halı), Vorhänge für den Zelteingang (Ensi oder Hatschlu), und andere Haushaltsgegenstände wie Umrahmungen für den Zelteingang (Khalyk oder Kapunuk), Zelttaschen (Torba), große Behälter (Tschowal), kleinere Beutel (Mafrasch), Satteltaschen (Khordschin), Schmuckdecken für Tiere (Asmalyk) und Zeltbänder.

Die Herstellung des traditionellen turkmenischen Teppichs wurde 2019 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

  1. Ausgestellt 2015 in Dresden zum 100. Teppichabend im Museum für Völkerkunde Dresden im Japanischen Palais. Von links nach rechts: Zeltbandfragment der Tekke-Turkmenen, seinerzeit in der Galerie Eberhart Herrmman, München, gekauft und von diesem den Tekke zugeordnet. Mitte oben eine Tekke-Torba mit 15 Göls, wohl ein Gegenstück des bekannten Hoffmeister-Stücks aus dem Buch von Elena Tsareva Turkmen Carpets über die Sammlung Hoffmeister. Darunter eine Smith-Group-Torba, erste Hälfte des 19. Jh. Darunter ein Tekke-Ensi, die rechte Seite des Ensis ist sichtbar von einer unerfahrenen Knüpferin geknüpft. Daneben rechts ein Zeltbandfragment der Salor. Ein weiteres Stück dieses äußerst seltenen Bandes war seinerzeit in der Sammlung Jonathan Broido. Die 3 äußeren Bordüren dieses Bandes sind durchgeknüpft. Ganz rechts ein früher Tekke-Hauptteppich mit tiefen Farben, feiner Knüpfung und tuchartigem Griff, um oder vor 1800. Selten hier die Stellung der Farben im Tekkehauptgöl.
  2. Afghan carpet. Encyclopædia Britannica, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  3. Traditional turkmen carpet making art in Turkmenistan. UNESCO Intangible Cultural Heritage, 2019, abgerufen am 22. Januar 2024.