Unternehmen Weserübung

Unternehmen Weserübung
Teil von: Zweiter Weltkrieg

Dänemark, Norwegen und Westfeldzug 1940
Datum 9. April bis 10. Juni 1940
Ort Norwegen, Dänemark
Ausgang Deutscher Sieg
Folgen Besetzung Dänemarks und Norwegens durch das Deutsche Reich
Konfliktparteien

Alliierte:
Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Frankreich Frankreich
Polen 1928 Polnische Exilregierung

Neutrale:
Danemark Dänemark
Norwegen Norwegen

Deutsches Reich NS Deutsches Reich

Befehlshaber

Danemark William Wain Prior
Danemark Hjalmar Rechnitzer
Norwegen Otto Ruge

Erich Raeder, Nikolaus von Falkenhorst

Truppenstärke

ca. 14.500 (Dänemark), ca. 60.000 (Norwegen) und 35.000 (Alliierte)

120.000

Verluste

4.400 Briten
1.335 Norweger
530 Franzosen und Polen
26 Dänen

1.317 Gefallene (davon 20 in Dänemark)
2.375 Vermisste
1.604 Verwundete (davon 65 in Dänemark)

Unternehmen Weserübung, auch Fall Weserübung, war der Deckname einer deutschen Militäroperation für den Überfall der deutschen Wehrmacht auf Norwegen und Dänemark während des Zweiten Weltkrieges am 9. April 1940. Die Bezeichnung als „deutscher Erfolg“ war schon vor dem Anlaufen des Unternehmens festgelegt. Die dann aber tatsächlich eingetretenen diversen Mängel in der operativen Führung der deutschen Streitkräfte, vor allem im Zusammenspiel der Waffengattungen, wurden durch die Kriegspropaganda gezielt überdeckt, während die Alliierten im weiteren Verlauf des Krieges die Operation kombinierter Verbände stetig verbesserten.

Strategische Ziele der Invasion waren die Besetzung der norwegischen Häfen, um die deutsche Ausgangsstellung im Krieg gegen Großbritannien zu erweitern und eine Seeblockade zu verhindern, die Kontrolle der Ostseezugänge und die Sicherung der Eisenerz-Versorgung der deutschen Rüstungsindustrie aus Kiruna (Schweden) über Narvik. Dänemark erschien den Planern unter General Nikolaus von Falkenhorst als Nachschubweg unverzichtbar. Langfristig sollten Norwegen und Dänemark in ein „Großgermanisches Reich“ auf dem europäischen Kontinent eingegliedert werden.

Sowohl Dänemark als auch Norwegen waren neutral. Dänemark hatte 1939 als einziger nordeuropäischer Staat einen Nichtangriffspakt mit Deutschland geschlossen. Nachdem bereits die militärische Besetzung beider Staaten angelaufen war, stellte Deutschland ihnen ein Ultimatum mit der Zusicherung, ihre territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit nicht anzutasten, falls sie sofort kapitulierten. Norwegen lehnte ab; die Dänen akzeptierten nach wenigen Stunden Kampf auf Grund der militärischen Übermacht. In der Schlacht um Narvik erlitt die Wehrmacht ihre erste Niederlage des Krieges. Angelandete alliierte Truppen waren siegreich und dabei, die deutschen Truppen nach Schweden abzudrängen, als die Kriegslage im Westen (vor allem Frankreich) am 24. Mai 1940 eine Rückverlegung des alliierten Expeditionskorps nach Frankreich notwendig machte. Erst am 9. Juni konnten die deutschen Truppen unter General Eduard Dietl Narvik wieder erobern. Norwegen kapitulierte am 10. Juni 1940, als der deutsche Sieg im Westfeldzug absehbar war.

  1. Bernd Stegemann: Das Unternehmen „Weserübung“. In: Klaus A. Maier, Horst Rohde, Bernd Stegemann, Hans Umbreit: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europäischen Kontinent. (Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 2). Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1979, S. 212–225, hier S. 225.