Urämie
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| N19 | Nicht näher bezeichnete Niereninsuffizienz |
| R39.2 | Extrarenale Urämie |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Das Wort Urämie (von lateinisch urina, deutsch ‚Urin‘, und altgriechisch αἷμα haĩma, deutsch ‚Blut‘) bedeutet „Urin im Blut“, also das vermehrte Auftreten harnpflichtiger Substanzen wie Harnstoff im Blut aufgrund fehlender oder ungenügender Nierenfunktion (Niereninsuffizienz). Die Folge dieser unzureichenden Reinigung des Blutes ist eine Harnvergiftung durch schädliche Harnbestandteile (Urämietoxine, Nephrotoxine). Man spricht auch von der Retentionsurämie und beim Überwiegen von Endprodukten des Stickstoff-Stoffwechsels von der azotämischen Urämie.
Das klinische Vollbild einer Urämie kann akut (5–10 Tage nach akutem Nierenversagen) oder chronisch (sich über Jahre hinweg entwickelnd beim chronischen Nierenversagen) auftreten.
Als Pseudourämie bezeichnete man früher zerebrale Störungen bei chronischer arterieller Hypertonie mit Verwirrungszuständen (wie bei der Zerebralsklerose) auch ohne eine Niereninsuffizienz.
- ↑ Franz Volhard: Die doppelseitigen hämatogenen Nierenkrankheiten (Brightsche Krankheit). 1. Auflage. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg 1918, 576 Seiten plus Anhang, Abdruck aus L. Mohr, Rudolf Staehelin (Hrsg.): Handbuch der inneren Medizin. 3. Band, ISBN 978-3-662-42272-4, S. 168–258.
- ↑ H. Straub, K. Beckmann: Allgemeine Pathologie des Wasser- und Salzstoffwechsels und der Harnbereitung. In: Lehrbuch der inneren Medizin. 2. Band. 4. Auflage. Verlag von Julius Springer, Berlin 1939, S. 50.
- ↑ H. Straub, K. Beckmann: Allgemeine Pathologie des Wasser- und Salzstoffwechsels und der Harnbereitung, in: Lehrbuch der inneren Medizin, 4. Auflage, Springer-Verlag, 2 Bände, Band 2, Berlin 1939, S. 51.