IMRO – Bulgarische Nationale Bewegung

ВМРО – Българско национално движение
IMRO – Bulgarische Nationale Bewegung
Partei­vorsitzender Krassimir Karakatschanow
Gründung 1989
Gründungsort Sofia, Bulgarien
Hauptsitz Sofia
Ausrichtung Nationalismus
Nationalkonservatismus
Farbe(n) rot, schwarz
Sitze Nationalversammlung
0 / 240 (0,0 %)
(2024)
Sitze EU-Parlament
0 / 17 (0,0 %)
(2024)
Europapartei Partei Europäische Konservative und Reformer
EP-Fraktion Europäische Konservative und Reformer
Website vmro.bg

Die IMRO – Bulgarische Nationale Bewegung (kurz IMRO-BNB) (bulgarisch ВМРО – Българско национално движение WMRO – Balgarsko nazionalno dwischenie (kurz ВМРО-БНД WMRO-BND); IMRO/ВМРО/WMRO steht historisch für „Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation“, es wird von der Partei aber stets als Akronym verwendet) ist eine rechtskonservative, nationalistisch-populistisch und christlich-orthodox geprägte Partei in Bulgarien. Sie versteht sich als Nachfolgeorganisation der Inneren Mazedonischen Revolutionären Organisation (IMRO, bzw. WMRO) und der Flüchtlingsvereinigungen der Bulgaren aus Makedonien (макдонски българи, dt. makedonische Bulgaren). Ihr Vorsitzender ist Krassimir Karakatschanow. Die Partei gibt die Zeitung Makedonija (bulg. „Македония“ = Makedonien) und die Jugendorganisation die Zeitschrift NIE (bulg. „НИЕ“ = Wir) heraus.

Die Partei versteht sich selbst als konservative und patriotische Vertreterin eines modernen Nationalismus, bezeichnet sich als „pan-bulgarische nationale Bewegung“, die eine „geistige Einheit der bulgarischen Nation“ anstrebt. Sie sucht nach einer vollständigen und endgültigen Lösung der „makedonischen Frage“ und fordert eine Erhaltung der nationalen Wurzeln von ethnischen Bulgaren, die außerhalb des eigenen Staats leben. Dabei betrachtet sie auch die slawischsprachige Mehrheitsbevölkerung von Nordmazedonien als Bulgaren und nicht als eigenständige Nation. Eine „Türkisierung“ bulgarischer Muslime sowie politische Programme, von denen Roma besonders profitieren, lehnt sie dagegen ab. Aktivisten und lokale Funktionäre der Partei beteiligten sich an Angriffen auf nicht-orthodoxe Religionsgemeinschaften (Sekten), die Parteiführung nahm dies stillschweigend hin.

Die Mitgliedschaft der Partei besteht überproportional aus jüngeren, besser gebildeten Männern. Parteifunktionäre sind vor allem Historiker (wie Karakatschanow), Juristen, ehemalige Militärs und Polizisten.

  1. Sabine Riedel: Das politische System Bulgariens. In Wolfgang Ismayr: Die politischen Systeme Osteuropas. 3. Auflage, VS Verlag, Wiesbaden 2010, S. 706.
  2. 1 2 3 Michael Meznik: Extremismus in Bulgarien. In: Eckhard Jesse, Tom Thieme: Extremismus in Den EU-Staaten. VS Verlag, Wiesbaden 2011, S. 53.
  3. 1 2 3 Christo Ivanov, Margarita Ilieva: Bulgaria. In: Cas Mudde: Racist Extremism in Central and Eastern Europe. Routledge, Abingdon/New York 2005, S. 4.