Viktor Orbán
Viktor Mihály Orbán [] (ungarisch Orbán Viktor; * 31. Mai 1963 in Székesfehérvár, Volksrepublik Ungarn) ist ein ungarischer Politiker, Mitbegründer und – mit einer Unterbrechung – seit 1993 Vorsitzender der Partei Fidesz – Ungarischer Bürgerbund. Er war von 1998 bis 2002 und ist seit 2010 erneut Ministerpräsident von Ungarn; dazwischen war er Oppositionsführer. Er ist damit der am längsten amtierende Ministerpräsident Ungarns und zugleich der dienstälteste Regierungschef innerhalb der Europäischen Union. Auf internationaler Ebene war er von 2002 bis 2012 einer der Vizepräsidenten der Europäischen Volkspartei und ist seit 2001 einer der Vizepräsidenten der Christlich Demokratischen Internationale.
Ab seiner Wahl zum Ministerpräsidenten 2010 baute Viktor Orbán seine Macht im Amt systematisch aus. Mit der Zweidrittelmehrheit seiner Fidesz-Partei wurde ab 2011 das ungarische Wahlsystem zu Ungunsten der Oppositionsparteien abgeändert. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine rief Orbán im Mai 2022 den Ausnahmezustand aus, was es ihm seitdem ermöglicht, geltendes Recht außer Kraft zu setzen. Als Regierungschef zentralisierte Orbán die Medien, schränkte die Kompetenzen des Verfassungsgerichts ein und griff in die Menschenrechte gesellschaftlicher Minderheiten ein. Orbáns autoritärer Regierungsstil wird auch als Orbánismus bezeichnet.
Bei der Parlamentswahl 2026 verlor Orbáns regierende Fidesz-Partei die Mehrheit, Wahlgewinner wurde die oppositionelle Tisztelet és Szabadság Párt (TISZA).
- ↑ Ungarn: Magyar steuert auf Sieg zu - Orban räumt Niederlage ein. In: tagesschau.de. 12. April 2026, abgerufen am 12. April 2026.