Vilhelm Krag

Vilhelm Andreas Wexels Krag, gelegentlich auch Wilhelm als Vorname, (* 24. Dezember 1871 in Kristiansand; † 10. Juli 1933 in Ny-Hellesund in Søgne (heute zu Kristiansand)) war ein norwegischer Schriftsteller, Journalist, Regisseur und Theaterdirektor. Er war Teil der neoromantischen Opposition gegen den die 1880er Jahre prägenden Naturalismus. Nachdem ihm 1890 mit dem Gedicht Fandango der literarische Durchbruch gelungen war, wurde er um die Jahrhundertwende zu einem der bedeutendsten und produktivsten norwegischen Autoren. Sein literarisches Werk umfasst 43 Bände Gedichte, Schauspiele, Romane und Erzählungen. Diese Werke haben einen starken Bezug zu seiner Heimatregion Agder, für die er 1902 den Ausdruck Sørlandet erfand, ein Name, der seitdem als Bezeichnung für den fünften Landesteil allgemein verwendet wird.

Vilhelm Krag arbeitete auch journalistisch als Kunst- und Literaturkritiker und ab den 1920er Jahren als politischer Kommentator. Er setzte sich in seinem Sørlandet für den Denkmalschutz und die Heimatpflege ein und er war Mitbegründer und zeitweise Vorsitzender des norwegischen Schriftstellerverbandes. Ab 1900 arbeitete er (zunächst fallweise, ab 1907 regelmäßig) als Regisseur an Theatern in Kristiania (Oslo). Von 1908 bis 1911 war er zusätzlich Leiter des Nationaltheatret. Anschließend war er bis zu seinem Lebensende für den Verlag Aschehoug als dessen wichtigster Lektor und Berater tätig.

Der zeitgenössischen Kritik galt Vilhelm Krag als „stilvoller Gentleman“, der „nach außen hin Würde bewahrte“, aber „am Schreibtisch die gute Aufrichtigkeit“ zeigte. Er entstammte einer prominenten norwegischen Familie. Sein Bruder Thomas Peter Krag und sein Schwiegervater Alexander Lange Kielland waren ebenfalls bekannte Literaten.