Virgel
Virgeln sind die Schrägstriche, die im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit zur Gliederung von Sätzen verwendet wurden und die heute in dieser Funktion durch Kommas ersetzt sind, was bis heute noch in den französischen und italienischen Bezeichnungen des Kommas anklingt (virgule bzw. virgola). Der Gebrauch von Virgeln beschränkte sich dabei auf in gebrochenen Schriften gesetzte Texte, etwa im Deutschen, Niederländischen oder Englischen. Selbst in diesen wurde allerdings darauf geachtet, dass hinter einem in Antiqua gesetzten Wort (etwa einem französischen Lehnwort, das traditionell nicht in einer gebrochenen Schrift, sondern in Antiqua gesetzt wurde) ein Komma und keine Virgel erschien.
Im Lauf des 18. Jahrhunderts verkürzten die meisten deutschsprachigen Drucker die Virgeln auf die Länge von Kommata.
Virgeln verwendet man heute noch, wenn man Gedichtzeilen in einem Fließtext wiedergibt, um den Wechsel der Verszeilen anzuzeigen. Außerdem werden sie in Gesangbüchern verwendet, um Pausen oder auf einen Atem gesungene Abschnitte zu bezeichnen.
- ↑ Transkription. pierre-marteau.com; abgerufen am 30. Oktober 2017.