Warwasi

Koordinaten: 34° 27′ 34″ N, 47° 6′ 18″ O

Warwasi

Bei Warwasi handelt es sich um eine paläolithischer Halbhöhle (Abri) nördlich von Kermanschah in Westiran. Sie wurde in den 1960er Jahren von Bruce Howe unter der Leitung von Robert John Braidwood ausgegraben. Diese Stätte enthält eine reiche archäologische Sequenz vom Mittelpaläolithikum (ca. 250.000/200.000 bis ca. 40.000 vor heute) bis zum späten Epipaläolithikum (ca. 20.000/18.000 bis ca. 12.000/10.000 vor heute).

Warwasi liegt an einem Hang, von dem man einen guten Blick in das Tal des Tang-i Kischt hat. Die Höhle ist Teil der Zarzienkulturstufe, zu der auch Orte wie die Palegawra-Höhle, dann Shanidar B2 und Zarzi, Pa Sangar und Ghar-i-Khar gehören. Dabei wurden Palegawra (strittig), Zarzi, Warwasi und Pa Sangar als Sommerlager eingeordnet, während Shanidar als Basislager gedeutet wurde. Untersuchungen zeigten, dass Warwasi nur periodisch bewohnt war und als Jagdlager diente, was durch die Knochenfunde vom Asiatischen Esel, Wildziege, Wildschwein und Hyäne deutlich wird. Allerdings beschränken sich die Funde auf Zähne mit nur vereinzelten Knochen, was eventuell dafür spricht, dass die Tiere im Tal erlegt und zerlegt worden sind. Daneben finden sich auch noch Reste der Persischen Rennratte, des Südlicher Mull-Lemming, der Levante-Wühlmaus, des Rötlichen Pfeifhasen und des Kaphasen. Menschliche Überreste wurden nicht gefunden.

Paläoklimatische Arbeiten (van Zeist und Bottema 1977) deuten auf ein kühles und trockenes Regime während der Zarzienperiode hin – was die härtesten Bedingungen des späten Pleistozäns im Zagrosgebirge waren. In der Warwasifauna wurden grabende Nagetiere identifiziert, die typisch für kalte, trockene und nicht bewaldete Bedingungen sind (Turnbull 1975), was diese klimatische Rekonstruktion weiter stützt.